Diese Nachricht stammt zwar nicht aus dem Süden Gran Canarias, aber wir berichten darüber, weil in Las Palmas eine Informationssperre herrscht und die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, über die Arbeit der Justizbeamten im Dienste der Demokratie informiert zu werden. Was als lokale Beschwerde auf Fuerteventura begann, hat sich im Januar 2026 zur größten juristischen und reputationsbezogenen Herausforderung für den Energiesektor in der Geschichte des Archipels und Spaniens für ein Ölunternehmen entwickelt. Die Staatsanwaltschaft Las Palmas hat einen schweren Schlag gegen Cepsa (jetzt Moeve) geführt und fordert Bußgelder von über 13 Millionen Euro sowie, in einem beispiellosen juristischen Schritt, die Auflösung des Unternehmens wegen massiven und systematischen Steuerbetrugs. Kläger ist ein Unternehmen aus Fuerteventura, und die Regierung der Kanarischen Inseln tritt als Privatkläger in einem Fall auf, in dem auch Beamte der kanarischen Steuerbehörde angeklagt sind.
Die von Staatsanwalt Tomás Fernández de Páiz eingereichte Anklage beschreibt eine „vorsätzliche und systematische“ Operation, die über die Tochtergesellschaft Petrocan durchgeführt wurde. Zwischen 2016 und 2021 soll das Ölunternehmen Dieselkraftstoff unter dem Handelsnamen „Diesel Oil Industrial“ auf die Kanarischen Inseln importiert, ihn aber gegenüber der kanarischen Steuerbehörde als Heizöl deklariert haben. Der Steuerunterschied ist enorm. Während Dieselkraftstoff mit 222 Euro pro 1.000 Liter besteuert wird, beträgt die Steuer für Heizöl (ein minderwertiger Kraftstoff, der in großen Schiffen oder Kraftwerken verwendet wird) lediglich 56 Cent pro Tonne.
Diese administrative „Alchemie“ ermöglichte es dem Unternehmen, illegal 7,7 Millionen Euro an die regionale Staatskasse zu hinterziehen, wobei der Betrug allein im Jahr 2019 mit über 2,3 Millionen Euro seinen Höhepunkt erreichte. Die Anklage richtet sich nicht nur gegen das Unternehmen. Die Staatsanwaltschaft fordert zusätzlich 28 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 25 Millionen Euro für María Inés Martínez, Leiterin der Abteilung für indirekte Steuern des Unternehmens, die als Drahtzieherin der betrügerischen Großhandelsstrategie gilt.
Am schädlichsten für die Institutionen der Kanarischen Inseln ist jedoch die Verwicklung der kanarischen Steuerbehörde selbst. Laut Staatsanwaltschaft ignorierte die Behörde dreimal Beschwerden des Unternehmens IR Maxoinversiones aus Fuerteventura. Drei hochrangige Beamte, darunter der derzeitige stellvertretende Direktor für Großsteuerzahler, müssen mit dem Ausschluss aus dem öffentlichen Dienst rechnen, da sie die Straftaten nicht verfolgt und 28 Monate lang untätig geblieben sind, während der Betrug weiterhin öffentliche Gelder verschlang.
Die Staatsanwaltschaft hat beschlossen, die im Strafgesetzbuch für schwere Wirtschaftsstraftaten vorgesehenen strengen Maßnahmen anzuwenden: Betriebseinstellung: Die Einstellung des Geschäftsbetriebs des Unternehmens wird für vier Jahre beantragt. Und Unternehmensauflösung: Für fünf der sechs Straftaten gegen die Staatskasse wird die endgültige Auflösung des Unternehmens beantragt.
Dieser Fall geht weit über den juristischen Bereich hinaus und stellt eine Stabilitätsfrage für die Regierung der Kanarischen Inseln dar. In einer Zeit, in der die Region um mehr fiskalische Autonomie und eine effizientere Verwaltung europäischer Gelder kämpft, ist die Enthüllung, dass die kanarische Steuerbehörde selbst erhebliche Beschwerden gegen einen ihrer größten Steuerzahler ignoriert hat, verheerend. Für Moeve (Cepsa) kann das Rebranding nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihre Zukunft im Atlantik – nicht nur im Bereich der Autolieferungen, sondern auch der Schiffs- und Flugzeuglieferungen – nun in den Händen eines Gerichts liegt, das entscheiden muss, ob die härteste Sanktion nach spanischem Handelsrecht verhängt wird. Sollte der Konzern scheitern, befänden sich die Energieversorgung und Logistik der Kanarischen Inseln in unbekanntem Terrain.











