Donnerstag, 12. Februar 2026
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Das Geschäft der Taxifahrer von Maspalomas: Eine Maschine, die 18 Millionen Euro einbringt

Das Geschäft der Taxifahrer von Maspalomas: Eine Maschine, die 18 Millionen Euro einbringt

GARA HERNÁNDEZ - M24H Mittwoch, 04. Februar 2026

Warum gibt es im Süden von Gran Canaria weder Uber noch Cabify? Die Taxifahrer-Genossenschaft von San Agustín ist mehr als nur ein branchenspezifischer Dienstleister; sie ist ein präziser Indikator für Konsum und Mobilität im Wirtschaftsmotor Gran Canarias. Der uns vorliegende Jahresbericht 2024 weist einen Umsatz von fast 18,06 Millionen Euro aus und belegt damit ein zwar stabiles, aber dennoch den Druck einer Wirtschaft mit steigenden Kosten und sinkenden Gewinnmargen widerspiegelnden Geschäftsmodell, der ein sorgfältiges Management erfordert. Diese Daten stammen aus dem Prüfbericht, der der Regierung der Kanarischen Inseln vorgelegt wurde und den Maspalomas24H nach einer Anfrage beim offiziellen Transparenzregister einsehen konnte.

Das Erste, was im Gewinn- und Verlustbericht auffällt, ist die Art der Einnahmen. Finanziell gesehen agiert die Genossenschaft eher wie ein Energie- und Dienstleistungsunternehmen als wie eine geschlossene Versicherungsgesellschaft. Die nicht-genossenschaftlichen Einnahmen (Verkäufe an Nichtmitglieder) machen beachtliche 87,05 % des Gesamtbetrags aus und belaufen sich auf 15,72 Millionen Euro.

Das Herzstück dieses Finanzapparates bildet die Kraftstoffversorgung. Die Umsätze der Tankstelle in Faro und an Dritte in San Agustín brachten 2024 über 12,5 Millionen Euro ein. Die Stagnation des Gesamtumsatzes im Vergleich zu 2023 (als er über alle Kategorien hinweg 18,36 Millionen Euro erreichte) deutet jedoch auf eine Stabilisierung des Marktes nach der Erholung im Anschluss an die Pandemie und der Inflationskrise im Kohlenwasserstoffsektor hin.

Kostenstruktur und die Herausforderung der Rentabilität

Trotz des beeindruckenden Umsatzes gibt das operative Ergebnis (EBIT) Anlass zum Nachdenken: ein operativer Verlust von 156.094,34 €, der jedoch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Verlust von 269.739,44 € im Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung deutet auf eine Optimierung der Beschaffung hin, deren Kosten von 15,3 Mio. € auf 14,1 Mio. € sanken und den Anstieg der Personalkosten um 17 % auf über 2,1 Mio. € kompensierten. Der Anstieg der Kosten für externe Dienstleistungen (von 1,3 Mio. € auf 1,7 Mio. €) verdeutlicht die Realität des laufenden Geschäftsbetriebs im Süden der Insel: Die Instandhaltung der Betriebsinfrastruktur in touristisch stark frequentierten Gebieten wird zunehmend kostspieliger.

Die Einnahmen der Genossenschaft hängen nicht allein vom Kraftstoffverkauf ab. Ihre Finanzstruktur basiert auf strategischen Beteiligungen, die ihre Bedeutung im Transportwesen sichern: Sie hält 50 % der Anteile an Guaguas Maspalomas und damit eine gemeinsame Kontrollposition. Zudem besitzt sie 32,86 % an Socomtaxi und ist somit direkt mit dem regionalen Einkaufs- und Servicezentrum der Branche verbunden. Darüber hinaus dient die Diversifizierung durch kleinere Einnahmequellen – von 1,2 Millionen Euro aus dem Ersatzteilverkauf bis hin zu Einnahmen aus Autowäschen und Tabakwarenvertrieb im Einkaufszentrum Faro – als notwendiger Liquiditätspuffer für den täglichen Cashflow. Die Genossenschaft San Agustín ist darauf ausgerichtet, bis 2026 ein Unternehmen zu werden, das trotz hoher Geschäftsvolumina weiterhin die sinkenden Betriebsmargen im Blick behalten muss, um seine langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

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