Ein Schwimmer, der vor Punta de Maspalomas von der Strömung mitgerissen wird, oder ein Surfer in Not vor Arguineguín löst nicht nur einen heldenhaften Einsatz aus, sondern auch ein komplexes öffentliches Abrechnungssystem, das gerade für 2026 aktualisiert wurde. Laut dem neuen Tarifverzeichnis der GSC (Verwaltung der Gesundheits- und Sicherheitsdienste der Kanarischen Inseln) mobilisiert die Rettung einer ertrinkenden Person vor den Küsten von San Bartolomé de Tirajana oder Mogán Ressourcen, deren Kosten nun detailliert aufgeführt werden. Vom Moment des Notrufs 112 an beginnt das System, die Ausgaben zu erfassen: Die Mitarbeiter der Leitstelle, die Disponenten, die den Anrufer beruhigen, und die Einsatzleiter erhalten jeweils einen Festpreis, um sicherzustellen, dass die öffentlichen Dienste nicht aufgrund fehlender Mittel zum Erliegen kommen.
In kritischen Ertrinkungssituationen, in denen jede Sekunde zählt, um Hirnschäden zu verhindern, ist der Einsatz im Süden der Insel in der Regel massiv. Wird das Opfer von einem Hubschrauber der Emergency and Rescue Group (GES) von den Klippen Puerto Ricos aus dem Wasser gerettet, werden die Flugkosten als direkte Produktionskosten abgerechnet. Das bedeutet, dass die Regierung der Kanarischen Inseln dem öffentlichen Unternehmen die tatsächlichen Kosten für die Flugstunden, den über der Südküste verbrauchten Treibstoff sowie die Gehälter der Retter und Piloten erstattet. Wird das Opfer an Land direkt an der Promenade von Meloneras mit einem Rettungswagen mit erweiterter Notfallausrüstung versorgt, werden auch die verwendeten medizinischen Hilfsmittel, Medikamente und Geräte zu den nachgewiesenen tatsächlichen Kosten abgerechnet. So wird sichergestellt, dass die Einheit stets aufgefüllt und für den nächsten Einsatz bereit ist.
Die Versorgung von Ertrinkungsfällen erfordert technische Aufsicht, für die nun ein festes Budget vorgesehen ist. Benötigt man beispielsweise bei einem Vorfall am Strand von Amadores einen leitenden Katastrophenschutztechniker zur Koordination des Krankenhaustransports, beträgt dessen Stundensatz 36,19 €, während ein Techniker mittlerer Qualifikation mit 29,56 € pro Stunde abgerechnet wird. Diese Sätze gewährleisten, dass stets qualifizierte Fachkräfte für wichtige Entscheidungen zur Verfügung stehen, etwa ob der Patient ins Inselkrankenhaus oder ins Krankenhaus Doctor Negrín verlegt werden soll. Selbst die Uniformen der Einsatzkräfte, die am Strand durchnässt werden, sowie die Reinigungs- und Hygienematerialien zur Desinfektion des Rettungswagens nach dem Einsatz sind in den in den Anhängen des Gesetzes festgelegten Gemeinkosten enthalten.
Für Touristen und Einheimische, die die rote Flagge am Strand Playa del Inglés ignorieren oder trotz Sturmwarnungen in den gefährlichen Bereichen von Castillo del Romeral schwimmen, hat die neue Gebührenstruktur im Falle einer Strafe direkte Konsequenzen. Sollten die Behörden wegen Fahrlässigkeit bei einer Rettungsaktion Anklage erheben, sind vage Schätzungen nicht mehr möglich: Die im Januar 2026 veröffentlichten technischen Anhänge enthalten die genaue Preisliste. Dem Verursacher droht eine Rechnung, die von den Kosten für die Funknetzkommunikation über den anteiligen Beitrag zur Flottenversicherung bis hin zu den Betriebskosten des Hubschraubers reicht. Die Rettung von Ertrinkenden im Süden Gran Canarias hat zwar höchste Priorität und ist kostenlos, doch die neuen Bestimmungen machen deutlich, dass die Einsätze mit immensen strukturellen Kosten verbunden sind, die nun gesetzlich geschützt sind.











