Ein schwerer Schlag. Der Tourismus in Maspalomas, einer der etabliertesten und strategisch wichtigsten Enklaven im Süden Gran Canarias, ist nach einem Urteil des Regionalen Wirtschafts- und Verwaltungsgerichts der Kanarischen Inseln, das sich direkt auf die Verwendung der Investitionsreserve der Kanarischen Inseln (RIC) für touristische Unterkünfte außerhalb von Hotels auswirkt – einer Schlüsselkategorie für die historische Entwicklung des Reiseziels –, erneut in den Mittelpunkt der Steuerdebatte auf den Kanarischen Inseln gerückt.
Der in der Plenarsitzung verabschiedete und Maspalomas24H vorliegende Beschluss unterstützt das Vorgehen der Steuerbehörde, die die Körperschaftsteuer eines Unternehmens regulierte, weil dieses eine RIC (Retail Investment Company) mit Gewinnen aus dem Jahr 2014 für den Erwerb von Immobilien zur touristischen Nutzung gebildet hatte.
Der strittige Betrag beläuft sich auf insgesamt 281.500 Euro, zuzüglich der über fast vier Jahre aufgelaufenen Verzugszinsen, wodurch aus einer ursprünglich steuerlichen Vergünstigung eine erhebliche Steuerverpflichtung wurde.
Das wirklich Auffällige an diesem Fall ist weniger die Höhe der Investition als vielmehr der Zeitpunkt des Konflikts zwischen den Vorschriften und der Investition. Als das Unternehmen Gelder an die RIC (Investitionsreserve der Kanarischen Inseln) überwies, erlaubte die Gesetzgebung ausdrücklich solche Mittelzuweisungen für Vermögenswerte im Zusammenhang mit touristischen Aktivitäten, insbesondere für Sanierungsprojekte in etablierten Gebieten wie Maspalomas.
Eine im November 2018 eingeführte Gesetzesreform verbot jedoch kategorisch die Nutzung des RIC zum Erwerb von Immobilien, die für touristische Unterkünfte bestimmt waren, und schloss damit eine Tür, die von der Branche jahrelang routinemäßig genutzt worden war.
Die Steuerbehörden argumentieren, dass der entscheidende Punkt nicht im Steuerjahr der Gewinnrealisierung liegt, sondern im Zeitpunkt der tatsächlichen Realisierung und der deklarierten Nutzung der Immobilien. Da die Immobilie 2018 erworben und im selben Jahr als touristische Unterkunft (ohne Hotelbetrieb) für die Gewerbesteuer registriert wurde, fiel sie unter die neue Formulierung der Verordnung. Der Steuerpflichtige argumentierte, das Verbot könne nicht rückwirkend angewendet werden und die Übergangsregelung müsse beachtet werden. Das Gericht gab jedoch der Auffassung der Steuerbehörden Recht.
Diese Episode offenbart ein besonders unangenehmes Paradoxon für Maspalomas. Seit Jahrzehnten gilt das Reiseziel bei den Behörden als Prioritätsgebiet für die Erneuerung des Tourismus, wobei der nicht-hotelbezogene Beherbergungssektor in die Jahre gekommen ist und seine Modernisierung weitgehend von der RIC (Reserve für Investitionen auf den Kanarischen Inseln) abhing.
Die Grenze zwischen klassischer touristischer Sanierung und Wohnraum für touristische Zwecke hat sich jedoch zunehmend verwischt, sodass sie zu einem steuerlich heiklen Terrain geworden ist, auf dem eine administrative Klassifizierung die Rentabilität einer Investition völlig verändern kann.
Für Investoren und Steuerberater ist die Lehre eindeutig und beunruhigend. Es genügt nicht, dass die RIC (Investitionsreserve der Kanarischen Inseln) ausreichend finanziert ist oder die Gewinne aus Jahren mit günstigen rechtlichen Rahmenbedingungen stammen. Der genaue Realisierungszeitpunkt, die IAE-Klassifizierung (Steuer auf wirtschaftliche Aktivitäten), die tatsächliche Nutzung des Vermögens und selbst die Nichtbeachtung einer behördlichen Anfrage können eine zentrale Förderung des REF (Sonderwirtschaftsregimes der Kanarischen Inseln) in ein finanzielles Risiko mit aufgelaufenen Zinsen verwandeln.
Über diesen konkreten Fall hinaus führt das Urteil zu struktureller Unsicherheit für etablierte Tourismusdestinationen. Die RIC (Investitionsreserve der Kanarischen Inseln) reagiert zunehmend sensibel auf regulatorische Zeitpläne und deren Auslegung – gerade in einer Zeit, in der die Kanarischen Inseln im zunehmend anspruchsvollen globalen Tourismusmarkt um Kapital konkurrieren.
Für Orte wie Maspalomas ist die Botschaft eindeutig: Bei der Besteuerung auf den Kanarischen Inseln kommt es genauso sehr auf das Kleingedruckte an wie auf die Sonne.











