Die Ankündigung des spanischen Außenministeriums am Mittwoch wirkt wie ein Schlag ins Gesicht für einen brodelnden Aktienmarkt. Während der Inselrat die Rekordeinnahmen mit Champagner feiert, hat die Zentralregierung in Madrid beschlossen, dass es genug ist mit dem privaten Monopol des südlichen Gran Canaria in Europa. Der nach Brüssel geschickte Vorschlag, den Hauskauf durch Nichtansässige einzuschränken, ist ein stillschweigendes Eingeständnis, dass der Erfolg des Tourismus das Recht auf Wohnen untergraben hat.
Sollte die Europäische Kommission dieser Reform zustimmen, stünde dem Süden Gran Canarias eine drastische Wertkorrektur bevor. Immobilien könnten dann nicht länger als „flüssiges Gold“ für Investoren in Frankfurt, Oslo oder London gelten. Dies mag den Anwohnern zwar etwas Erleichterung verschaffen, wirft aber gleichzeitig Zweifel daran auf, ob das Modell der „rekordverdächtigen Einnahmen“ aufrechterhalten werden kann, wenn Immobilieninvestoren sich nach grüneren, weniger regulierten Anlagemöglichkeiten umsehen.
Es ist fast schon poetisch: Wir wollen, dass mehr inländische Touristen kommen und mehr ausgeben – die berühmten 136 Euro pro Tag –, aber wir bitten die Europäische Kommission um Erlaubnis, ein Vorhängeschloss an die Tür anzubringen, falls sie nach ihrem Aufenthalt beschließen, die Schlüssel zum Haus zu behalten.
Aus finanzieller Sicht handelt es sich um den Versuch, das „Gesetz des Dschungels“ auf dem Immobilienmarkt eines begrenzten und fragmentierten Gebiets umzukehren. Da sich jedes vierte Haus in ausländischer Hand befindet, reagiert der Markt auf den Inseln nicht mehr auf Angebot und Nachfrage vor Ort, sondern hat sich stattdessen zu einem sicheren Hafen für ausländisches Kapital entwickelt.
Die Regierung versucht nun, Brüssel dazu zu bewegen, den Status einer Region in äußerster Randlage zu nutzen, um eine Ausnahme vom freien Kapitalverkehr zu schaffen – jener heiligen Säule der EU, die im Fall der Kanarischen Inseln letztlich zu so hohen Preisen geführt hat, dass junge Menschen und schutzbedürftige Gruppen vom Markt ausgeschlossen wurden. Es handelt sich um Protektionismus, der versucht, ein Modell zu reparieren, das an seinem eigenen Erfolg gescheitert ist.
Dieses legislative Manöver steht im krassen Widerspruch zur statistischen Euphorie der Branche. Wie erklärt man einem italienischen Investor, der Teil dieses aufstrebenden Marktes mit einem Wachstum von 22 % ist, dass er zwar gerne in Mogáns Restaurants essen gehen darf, aber keine Wohnung in der Gegend kaufen darf? Die Strategie, die Mobilität auf der ganzen Insel zu fördern, stößt auf die Realität, dass nicht-wohnliche Unterkünfte bereits 25 % des Wohnungsbestands ausmachen.
Indem die Regierung den Kauf von Häusern, die nicht als Hauptwohnsitz dienen sollen, einschränken will, versucht sie, die Immobilienblase platzen zu lassen, ohne die Tourismusblase zu gefährden – ein makroökonomischer Balanceakt, der selten ohne Verluste endet. Gran Canaria ist zum Labor für eine wirtschaftliche Identitätskrise geworden. Einerseits wird gefeiert, dass Touristen so viel Geld ausgeben wie nie zuvor; andererseits drängen alle nach Brüssel, um zu fordern, dass ebendiesen Touristen der Zugang zum Immobilienmarkt verwehrt wird. Es ist der ultimative Widerspruch: Wir wollen, dass sie ihr Geld ausgeben, aber nicht, dass sie sich hier niederlassen.











