Donnerstag, 12. Februar 2026
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Der Süden Gran Canarias blickt in den Spiegel des Jahres 2030: Rekordeinnahmen, die Eiserne Lunge und der Schatten der Sahara

Der Süden Gran Canarias blickt in den Spiegel des Jahres 2030: Rekordeinnahmen, die Eiserne Lunge und der Schatten der Sahara

GARA HERNÁNDEZ - M24H Dienstag, 13. Januar 2026

Während man noch auf die endgültigen Zahlen für Dezember 2025 wartet, schloss der Süden Gran Canarias den November 2025 mit vollen Kassen ab, doch der Blick nach vorn war unruhig gerichtet. Die Daten von Promotur sind eindeutig: Die Provinz Las Palmas ist der Motor des RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) des Archipels. In den Hotelfluren von Maspalomas und Meloneras hat der Champagner der Rekordumsätze jedoch einen bitteren Beigeschmack.

Im November 2025 bestätigte sich der Trend der „Tourismusinflation“. Die Gesamteinnahmen auf Gran Canaria übertreffen weiterhin die Werte von 2019 und 2024, doch die tatsächliche Auslastung der Ferienwohnungen zeigt erste Anzeichen von Ermüdung. Während die Hotels im Süden weiterhin durchschnittliche Tagesraten (ADR) nahe Rekordhöhen erzielen, ist die Rentabilität durch Betriebskosten gefährdet, die auf den Kanarischen Inseln Weltklasse sind, an der Westküste jedoch extrem niedrig.

Maspalomas geht als wirtschaftliches Zentrum ins Jahr 2026, weist aber eine strukturelle Schwäche auf: Der nordische Markt – traditionell die Lebensader des südlichen Gran Canaria – zeigt eine besorgniserregende Divergenz und sucht aufgrund sinkender Kaufkraft in den Heimatländern nach günstigeren Alternativen. Während das Maspalomas-Sanierungskonsortium Radwege im Wert von 400.000 € ausschreibt, um den Ort zu modernisieren, erscheint nur wenige Seemeilen entfernt das Projekt Dakhla Atlantique wie ein dunkler Spiegel. Wie Antonio Morales wiederholt gewarnt hat, ist Dakhla nicht nur ein Hafen; es ist ein staatlicher Plan, bis 2030 fünf Millionen Touristen anzulocken.

Der Unterschied ist frappierend: Im Süden Gran Canarias sind konsolidierte Nutzungsrechte Standard; in Dakhla stellen sie einen Wettbewerbsvorteil von 800 Euro pro Monat dar. Während der Süden mit dem Ferienwohnungsgesetz und der Kurtaxe zu kämpfen hat, bietet Marokko eine komplett regulierungsfreie Zone, um die Reiseveranstalter anzulocken, die derzeit die Hotels in Playa del Inglés auslasten. Dakhla will allein bis 2030 700.000 Hotelgäste gewinnen – ohne die regulatorischen Nachteile, denen Wohnungsbesitzer im Süden Gran Canarias ausgesetzt sind.

Der „freundliche Beschuss“ durch Handelsmissionen. Was im Süden am meisten schmerzt, ist nicht die Konkurrenz von außen, sondern die von innen. Die jüngste Handelsmission von Proexca und Fedeport nach Dakhla wurde von Kritikern des Inselrats als Verrat am Produktionsmodell Gran Canarias gewertet. Warum sollte man einen Hafen fördern, der als Kreuzfahrtdrehscheibe konzipiert wurde, wenn die Passagiere heute nur am Santa Catalina Wharf anlegen und ihr Geld letztendlich in den Geschäften im Süden ausgeben?

Der Süden Gran Canarias verzeichnete Ende 2025 ein rasantes Umsatzwachstum, doch das Geschäftsmodell gerät angesichts der aggressiven Politik Rabats ins Wanken. Marokko hat die Kanarischen Inseln erstmals bei den Besucherzahlen überholt (19,8 Millionen gegenüber den Rekordzahlen der Inseln). Wenn Maspalomas und Mogán auch 2030 noch die wirtschaftliche Triebkraft bleiben wollen, reichen Preiserhöhungen und das Vertrauen auf das Wetter allein nicht aus.

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