Montag, 19. Januar 2026
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Neue Folge eines kommerziellen Falls im juristischen Labyrinth der Familie Santana Cazorla im Süden von Gran Canaria

Neue Folge eines kommerziellen Falls im juristischen Labyrinth der Familie Santana Cazorla im Süden von Gran Canaria

Gara Hernández - M24h Freitag, 09. Januar 2026

Anfang 2026 geriet die komplexe Struktur eines der größten Wirtschaftsimperien der Kanarischen Inseln ins Visier intensiver Kritik. Der juristische Druck auf die Santana-Cazorla-Gruppe erreichte einen kritischen Punkt nach dem Eingreifen des Handelsgerichts Nr. 2 von Las Palmas, wo Richter Juan Avello Formoso Vorsichtsmaßnahmen mit systemischen Auswirkungen erließ.

In einem Urteil vom 11. November 2025 ordnete der Richter nicht nur die Aussetzung einer früheren Entscheidung der Generaldirektion für Rechtssicherheit und öffentliches Vertrauen an, sondern auch die vorläufige Eintragung der Klage im Handelsregister des Unternehmens. Diese technische Maßnahme schützt den Registereintrag wirksam vor jeglichen Versuchen struktureller oder vermögensbezogener Veränderungen, sendet ein Warnsignal an die Märkte und gewährleistet, dass jegliche Vermögensbewegungen der Gruppe strenger gerichtlicher Aufsicht unterliegen.

Dieses Interventionsszenario überschneidet sich mit der erzwungenen Umstrukturierung der Tochtergesellschaften, wie beispielsweise bei Promociones Isla Verde, SA, einem wichtigen Unternehmen, das sich derzeit in Liquidation befindet. Auf der letzten Generalversammlung, die vor einem Notar in Arguineguín stattfand, legte der alleinige Liquidator, Ignacio Pérez Coloma, einen Bericht vor, der die Rückgewinnung wichtiger Vermögenswerte nach einem positiven Urteil gegen Katanga, SL in einem Verfahren zur Herausgabe von Vermögenswerten belegte. 

Das Auftauchen dieser „unerwarteten Vermögenswerte“ hat den Liquidationsprozess verzögert, den Zahlungsplan verändert und zuvor als verloren geltende Vermögenswerte in die Bilanz des Unternehmens zurückgeführt. Diese wiedergefundenen Vermögenswerte erhöhen die Komplexität des Prozesses und zwingen die Gläubiger, den tatsächlichen Wert der Liquidationsmasse in einem Umfeld hoher rechtlicher Unsicherheit neu zu bewerten.

Die interne Krise des Konzerns zeigt sich besonders deutlich in der Kontrolle seiner Anteilsstruktur und der Ermittlung der wahren Eigentümer. In derselben Sitzung wurde auch die Ausübung des Vorkaufsrechts der Aktionäre an den Aktien von Santiago Santana Cazorla erörtert, die vom Gericht erster Instanz Nr. 3 von San Bartolomé de Tirajana beschlagnahmt worden waren. 

Um jeglichen Kontrollverlust an unerwünschte Dritte auszuschließen, hat das Unternehmen gemäß spanischem Aktiengesetz die Inhaberaktien vollständig annulliert und durch Namensaktien ersetzt. Diese Bereinigung des Aktienregisters zielt darauf ab, Intransparenz hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse zu beseitigen und ein neues Aktionärsregister zu etablieren, das namentlich offenlegt, wer tatsächlich die politische und wirtschaftliche Macht im Unternehmen innehat.

Dieser kontrollierte Auflösungsprozess erforderte Anpassungen der internen Regelungen, darunter Änderungen der Unternehmenssatzung zur Regelung der Vergütung des Liquidationsausschusses und der Erstellung der Jahresabschlüsse für 2023 und 2024. Der Fall Santana Cazorla markiert das Ende einer Ära individueller Unternehmensführung und den Übergang zu einem Modell strikter Compliance und gerichtlicher Aufsicht. Vor dem Handelsgericht Nr. 2 steht nicht nur die Zukunft einer Reihe von Immobilien auf dem Spiel, sondern auch die Zuverlässigkeit des spanischen Grundbuchamts und der Justiz bei der Bewältigung des Zusammenbruchs großer Konzerne, die jahrzehntelang die Eckpfeiler der Tourismus- und Logistikentwicklung auf den Kanarischen Inseln bildeten.

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