Ferienwohnungen im Süden Gran Canarias boten im Oktober ein bemerkenswertes und aufschlussreiches Bild: weniger Objekte, weniger Betten und geringere Einnahmen, dafür aber bessere Bewertungen und etwas längere Aufenthalte. Diese unauffällige Anpassung ist nicht auf einen Markteinbruch zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine gezielte Angebotsreduzierung in einer Region, die sich mittlerweile auf einem gesättigten Niveau befindet.
Der Ferienwohnungsmarkt im Süden Gran Canarias geht mit Anzeichen einer Anpassung in den Winter 2026. Die aktuellsten verfügbaren Daten vom Oktober 2025 deuten auf einen leichten Rückgang von Angebot und Umsatz hin. Dieser Rückgang ist auf die zunehmende Marktsättigung des Reiseziels und den regulatorischen Druck auf touristische Unterkünfte in wichtigen Gemeinden wie San Bartolomé de Tirajana und Mogán zurückzuführen.
Laut Angaben von Lighthouse im Auftrag des Tourismusverbands von Gran Canaria lag die Zahl der aktiven Unterkünfte im Süden der Insel bei 14.403, was einem Rückgang von 264 Einheiten gegenüber Oktober 2024 (-1,80 %) entspricht. Dieser Rückgang spiegelt sich auch in der Gesamtkapazität wider, die um 3,17 % auf 54.157 Betten sank. Dies bestätigt eine selektive Marktrücknahme von Unterkünften, insbesondere in Gebieten mit hoher Wohndichte.
Das Merkwürdigste ist, dass trotz des Wegfalls von 264 Objekten innerhalb nur eines Jahres (-1,8 %) und dem Verlust von 1.773 Betten (-3,17 %) der durchschnittliche Tagespreis kaum verändert wurde. Er blieb praktisch bei rund 150 € pro Nacht, mit einer minimalen Schwankung von nur fünf Cent. Wirtschaftlich gesehen ist die Botschaft eindeutig: Vermieter vermieten lieber weniger Zimmer, als die Preise zu senken.
Die Entwicklung der wahrgenommenen Qualität ist ebenfalls überraschend. Die Bewertungen verbesserten sich leicht von 4,44 auf 4,47 Punkte – ein scheinbar geringer Anstieg, der jedoch in einem Markt mit Tausenden von aktiven Unterkünften signifikant ist. Dies deutet darauf hin, dass die verbleibenden Angebote professioneller und besser geführt sind und eine höhere Kundenbindung aufweisen.
Die Auslastungsraten spiegeln diese Anpassung jedoch wider. Sie sanken um fast vier Prozentpunkte auf 38,22 %, ein Rückgang, der im Gegensatz zum Anstieg der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer auf 5,3 Tage steht. Weniger Reisende, dafür längere Aufenthalte: eine Kombination, die ein planvolleres und weniger impulsives Besucherprofil widerspiegelt. Die Auswirkungen zeigen sich letztendlich im Umsatz, der im Oktober um 1,93 % auf 21,7 Millionen Euro zurückging. Für einen Markt dieser Größe ist dies zwar kein alarmierender Wert, aber er deutet darauf hin, dass rasantes Wachstum der Vergangenheit angehört. Der Süden Gran Canarias tritt somit in eine neue Phase ein: weniger Buchungen, stabilere Preise und ein zunehmend differenziertes Angebot, bei dem der entscheidende Wettbewerbsvorteil nicht mehr in einer größeren Anzahl von Unterkünften liegt, sondern in deren effizienterer Verwaltung.











