Montag, 19. Januar 2026
Maspalomas24h
Die Vermieterbande: Sie überfielen Casinos und Spielhallen im Süden von Gran Canaria.

Die Vermieterbande: Sie überfielen Casinos und Spielhallen im Süden von Gran Canaria.

GARA HERNÁNDEZ - M24H Samstag, 10. Januar 2026

Im komplexen Ökosystem der Freizeit- und Glücksspielbranche im Süden Gran Canarias ist Sicherheit von höchster Bedeutung. Doch zwischen Juli und August 2023 gefährdete eine gut organisierte kriminelle Vereinigung die Ruhe und Sicherheit von Spielhallen und Bingo-Hallen im Südosten Gran Canarias. Die Staatsanwaltschaft Las Palmas hat nun, wie Maspalomas24H berichtet, beim Untersuchungsgericht Nr. 6 Anklage gegen ein Netzwerk von neun Personen erhoben, die beschuldigt werden, die Einrichtungen mit einer Strategie der verbrannten Erde ausgeraubt zu haben.

Die Strategie der Gruppe, die mutmaßlich von YADG und YDV angeführt wurde, zeichnete sich durch operative Raffinesse und Brutalität aus. Um nicht entdeckt zu werden, nutzte die Bande Mietwagen – von VW T-Cross bis Audi A1 –, die sie nach jedem Raubüberfall austauschte. Da die Anführer entweder keinen Führerschein besaßen oder nicht in den Verträgen genannt werden wollten, waren sie auf „notwendige Kollaborateure“ angewiesen: schutzbedürftige Personen, die im Tausch gegen lediglich 40 oder 50 Euro und Crack-Kokain die Autos am Flughafen Gran Canaria mieteten.

Diese hierarchische Struktur ermöglichte es den Tätern CDAG (Spezialist für die Einschüchterung von Opfern mit großen Messern) und YFTH (zuständig für das Leeren der Kassen), blitzschnell zu agieren, während die Anführer von außen zusahen. Zu ihren Zielen gehörten bekannte Einrichtungen der Branche wie das Arinaga Casino, die Arucas Bingo Hall und Spielhallen in Vecindario, Telde und Santa María de Guía. Die Gesamtbeute belief sich auf über 35.000 €.

Die Analyse der Ereignisse offenbart eine beinahe religiöse Präzision in der Vorbereitung – selbst der Einsatz von Metallstangen und Sturmhauben ist bemerkenswert –, die an die industrielle Akribie erinnert, die wir bereits im Zusammenhang mit der Heaney-Butter-Metapher erwähnten. Doch in der kriminellen Welt ist Selbstüberschätzung oft der entscheidende Faktor. Nach dem Überfall auf das Sportzentrum in Cruce de Arinaga am 16. August 2023 wurde die Bande bei einem Kontrollpunkt der Guardia Civil festgenommen, als sie erneut einen Fahrzeugtausch versuchte. Im Kofferraum des neuen weißen Hyundai fand die Polizei den eindeutigen Beweis: das Kennzeichen des beim vorherigen Überfall verwendeten Wagens und mehr als 3.500 Euro, die unter den Angeklagten aufgeteilt waren.

Die Staatsanwaltschaft hat angesichts der Rückfalltaten der Anführer keinerlei Milde gezeigt. Für die Rädelsführer und Täter fordert sie Haftstrafen von insgesamt neun Jahren und sechs Monaten wegen wiederholten bewaffneten Raubes, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Verkehrsverstößen. Denjenigen, die die Vermietungen im Tausch gegen Drogen ermöglichten, drohen Haftstrafen von vier Jahren und sechs Monaten. Dies unterstreicht die Schwere der logistischen Unterstützung organisierter Kriminalität.

Zusätzlich zu den Haftstrafen müssen die Angeklagten gesamtschuldnerisch Schadensersatz für das gestohlene Geld leisten, insbesondere für die 17.104 € aus dem Arinaga Casino und die 10.000 € aus der Infinity Hall. Dieser Fall verdeutlicht die Anfälligkeit eines für den lokalen Konsum wichtigen Sektors und zeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen der Nationalpolizei und der Guardia Civil ein Netzwerk zerschlagen hat, das, wäre es ununterbrochen aktiv gewesen, ein systemisches Risiko für das Sicherheitsgefühl in den Geschäftsvierteln der Insel hätte darstellen können.

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