Mittwoch, 15. April 2026
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Im südlichen Gran Canaria fällt das Mittelwellensignal von RNE aus, und die Printmedien verschwinden.

Im südlichen Gran Canaria fällt das Mittelwellensignal von RNE aus, und die Printmedien verschwinden.

Gara Hernández - M24h Montag, 05. Januar 2026

Seit dem 1. Januar haben die Bewohner des südlichen Gran Canaria gesehen und gehört, wie das Signal von Radio Nacional de España (RNE) aus dem Mittelwellenprogramm verschwunden ist – ein Meilenstein, der das Ende einer jahrzehntelangen öffentlichen Berichterstattung auf diesem Frequenzband markiert. 

 

Durch diese Maßnahme haben viele Einwohner, insbesondere in ländlichen Gebieten wie Tunte, Cercados de Espino oder El Pajar, keinen direkten Zugang zu allgemeinen und kulturellen Informationen über diese historische Frequenz.

 

Dieser Blackout fällt mit einer weiteren aufschlussreichen Tatsache zusammen: Die Auflage der spanischsprachigen Printmedien (es gibt mehr britische oder deutsche Zeitungen, wie es auch bei Bieren der Fall ist) im Süden der Insel ist auf ein praktisch verschwindendes Niveau gesunken. 

 

Gedruckte Exemplare, die einst in Taxis, Bars und Supermärkten allgegenwärtig waren, nähern sich heute dem, was manche Experten als „absolute Null“ bezeichnen. Dies spiegelt ein Phänomen der Substitution durch digitale Medien und einen radikalen Wandel der Informationskonsumgewohnheiten wider.

 

In diesem Kontext steht der Süden von Gran Canaria vor einer doppelten Herausforderung: dem Bedarf an neuen Wegen für den Zugang zu verlässlichen und qualitativ hochwertigen Informationen und der Anpassung seiner Bürger an ein Medienökosystem, das der Digitalisierung Priorität einräumt. 

 

Interessanterweise betrifft das Verschwinden von RNE auf Mittelwelle nicht nur die regelmäßigen Hörer, sondern verdeutlicht auch ein globales Phänomen: Das Mittelfrequenzband, das jahrzehntelang die am weitesten verstreuten Gemeinschaften miteinander verband, verliert gegenüber Digitalradio, Streaming und Podcasting an Bedeutung. 

 

Für viele Bewohner des südlichen Gran Canaria stellt dies einen kleinen „kulturellen Blackout“ dar, der durch Online-Alternativen nur teilweise kompensiert wird.

 

Der Kontrast ist deutlich: Während Printmedien und traditionelles Radio an Bedeutung verlieren, helfen Digitalisierung und öffentlich-private Zusammenarbeit dem Süden der Insel, sich an die neuen Zeiten anzupassen und der Energieeffizienz Vorrang vor dem Verschwinden klassischer Nachrichtenkanäle einzuräumen.

 

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