Sturm Francis hat das Jahr 2026 (es ist Winter, nicht Sommer) eingeläutet und die Kanarischen Inseln mit sintflutartigen Regenfällen, starken Winden und Küstenphänomenen heimgesucht, die die gesamte Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Soziale Medien wie Twitter sind überflutet mit Profilen vermeintlicher Panikmacher, die Krisen wie den Sturm DANA in Valencia im Jahr 2024 ausnutzen, um Panik zu verbreiten.
Der Tourismus im Süden Gran Canarias, insbesondere das Gastgewerbe, leidet unter der Angst der politischen Klasse vor Regen auf den grünen Inseln im Umkreis Teneriffas. Sie greifen in die Lebensführung der Menschen ein, wenn es im Winter regnet, weil sie Ereignisse fürchten, die ihre berufliche Karriere gefährden könnten.
Auf La Palma, das gerade wegen seiner Orographie und der Lage am Atlantik grün ist, erreichen die Windböen Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde, während sich im Rest des Archipels laut Warnungen der staatlichen Wetteragentur (Aemet) in nur einer Stunde bis zu 20 Liter pro Quadratmeter Niederschlag ansammeln und in 12 Stunden sogar 60 Liter.
Doch neben den Auswirkungen des Sturms steht die Kanarische Inselgruppe vor einer weiteren Herausforderung: einer Informationsflut. Gelbe und orangefarbene Warnungen, Karten, Diagramme und ständige Benachrichtigungen in den Medien und sozialen Netzwerken überschwemmen die Bevölkerung. Sie muss nun den Unterschied zwischen einem leichten Schauer, einem lokal heftigen Schauer und einem anhaltenden Starkregen entschlüsseln. Das Risikobewusstsein wächst, doch das Verständnis der Wetterphänomene hält mit der medialen Berichterstattung nicht immer Schritt.
Während Hurrikan Francis von West nach Ost zieht und bis Samstag unbeständiges Wetter ankündigt, bewegen sich die Bewohner der Kanarischen Inseln zwischen Vorsicht und Verwirrung. Die Informationsflut stellt ihre Fähigkeit, auf einen Sturm zu reagieren, der zwar bekannt, aber dennoch immer wieder unberechenbar erscheint, auf die Probe.
Auf der Straße passen sich die Bürger dieser neuen Normalität an: Einige meiden Flussbetten und Küstengebiete; andere setzen vorsichtig ihre täglichen Aktivitäten fort, während die Jüngsten Wetterwarnungen mit der gleichen Aufmerksamkeit beachten wie Nachrichten in ihren sozialen Netzwerken.
Die grundlegende Frage ist klar: In einem Archipel, das an ständige Wetterbeobachtung gewöhnt ist, inwieweit ist Überinformation hilfreich oder verwirrend?
Die Kanarischen Inseln begrüßen das neue Jahr mit Regen, Wind und Wellen, aber auch mit der Notwendigkeit, Daten zu filtern und mit Bedacht zu handeln, denn hinter jeder Warnung steckt ein reales Risiko, aber auch eine Einladung, das Klima jenseits des Bildschirms zu verstehen.











