Donnerstag, 12. Februar 2026
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Das finanzielle Erdbeben, das 2026 den Süden Gran Canarias aufgrund des Verkaufs der Blackstone Hotels treffen wird.

Das finanzielle Erdbeben, das 2026 den Süden Gran Canarias aufgrund des Verkaufs der Blackstone Hotels treffen wird.

Yurena Vega - M24h Donnerstag, 01. Januar 2026

Die Finanzlandschaft im Süden Gran Canarias steht vor einer beispiellosen Umwälzung. Hotel Investment Partners (HIP), die Hotelsparte des US-amerikanischen Konzerns Blackstone, zu dem auch Holiday World in Maspalomas gehört, hat die rechtlichen Schritte für ihren bevorstehenden Börsengang eingeleitet. Unter den wachsamen Augen der internationalen Märkte hat das Unternehmen die Umwandlung von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) in eine Aktiengesellschaft (AG) begonnen – ein technischer Schritt, der den Countdown für den Börsengang im Jahr 2026 einläutet.

Für die Sparer im Süden der Insel ist diese Transaktion mehr als nur eine wirtschaftliche Schlagzeile; sie ist eine historische Chance. Erstmals können Einwohner und Kleinanleger in San Bartolomé de Tirajana und Mogán Anteile an den Resorts erwerben, die ihren Alltag prägen, wie beispielsweise das Barceló Margaritas oder die ehemaligen Hotels der IFA-Kette, die heute von Lopesan geführt werden. Die von den Finanzriesen Citi und Morgan Stanley koordinierte Transaktion zielt darauf ab, den Erfolg eines Modells zu nutzen, das das Hotelmanagement auf den Inseln nach Investitionen von über 600 Millionen Euro professionalisiert hat.

Die Strategie der zweigleisigen Verfolgung: Zwei Wege zum selben Ziel

Das Management von HIP unter der Leitung von Alejandro Hernández-Puértolas verfolgt weiterhin seine zweigleisige Strategie. Das bedeutet, dass Blackstone, während die Details des Börsengangs (IPO) finalisiert werden, einen Direktverkauf an den Höchstbietenden nicht ausschließt, sofern das Angebot ausreichend attraktiv ist. In diesem Szenario erscheint Singapurs Staatsfonds (GIC), der bereits 35 % des Kapitals hält, als naheliegender Kandidat für die vollständige Übernahme und damit für die Festigung des asiatischen Interesses am Wirtschaftsmotor der Kanarischen Inseln.

Die Auswirkungen dieser Veräußerung werden tiefgreifend sein. Sollte der Börsengang erfolgen, würde HIP – mit einem Wert von rund 6.500 Milliarden Euro – zu einem der wichtigsten Akteure an der spanischen Börse aufsteigen und die kanarischen Urlaubsziele weltweit bekannt machen. Nach dem Erfolg von Cirsa (Eigentümer von Holiday World Maspalomas) will Blackstone diese Strategie wiederholen und damit unterstreichen, dass der Süden Gran Canarias weiterhin das Kronjuwel seines europäischen Portfolios darstellt.

Ein Wachwechsel im Inseltourismus

Was diesen Schritt so „verheerend“ macht, ist das Signal, das er an die Branche sendet: Die Ära familiengeführter Hotels weicht endgültig der Ära des leistungsstarken institutionellen Vermögensmanagements. Mit 22.000 Zimmern in Südeuropa, davon 45 % auf den Kanarischen Inseln, hat HIP bewiesen, dass die Neupositionierung veralteter Immobilien der profitabelste Weg für die Zukunft des Tourismus ist.

Für die Regierung der Kanarischen Inseln und die lokalen Behörden stellt die Umwandlung von HIP in eine Aktiengesellschaft (SA) und der anschließende Börsengang eine Herausforderung in puncto Transparenz und Rechenschaftspflicht dar. Der Süden Gran Canarias ist nicht länger nur ein Urlaubsziel, sondern hat sich zu einem liquiden Finanzinstrument entwickelt, bei dem jede Entscheidung in Bezug auf Nachhaltigkeit, Beschäftigung oder Infrastruktur in Playa del Inglés unmittelbare Auswirkungen auf den Aktienkurs an der Madrider Börse hat.

 

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