Der Konflikt um das Zementwerk Santa Águeda hat sich von legitimen administrativen Meinungsverschiedenheiten in das undurchsichtige Terrain sozialer Erpressung verlagert. Die jüngste Offensive von Cementos Especiales de las Islas (CEISA), einem Unternehmen im Besitz des asturischen Konzerns Masaveu und des brasilianischen Unternehmens Votorantim, mit dem Antrag auf einstweilige Maßnahmen gegen die von Puertos Canarios erlassene Abrissverfügung, ist nicht bloß ein juristisches Manöver; sie ist eine Kriegserklärung an den Fortschritt auf Gran Canaria.
Es ist unerlässlich, die Strategie des Informationsterrorismus anzuprangern, die das Unternehmen und seine Zulieferer mit offizieller Zeichnungsbefugnis in Las Palmas gegen die Bürger im Süden einsetzen. Die Drohung, die Hauptverkehrsader der Insel täglich mit hundert Lkw zu blockieren und die Lungen der Einwohner Gran Canarias mit zusätzlichen 3.000 Tonnen CO₂ zu belasten, ist eine verabscheuungswürdige Taktik. Sie suchen keinen Dialog, sondern wollen die öffentliche Verwaltung durch Angst einschüchtern. CEISA beabsichtigt, das öffentliche Interesse einer abgelaufenen Konzession unterzuordnen, die nach 70 Jahren Betrieb ihren Zweck längst erfüllt hat.
Die Manipulation der Beschäftigungszahlen ist besonders eklatant. Maspalomas24H hat Beweise für eine künstliche Aufblähung der Beschäftigtenzahlen durch Subunternehmen. In einem moralisch verwerflichen Akt des Zynismus haben diese Akteure die „Gewerkschaftskarte“ ausgespielt und soziale Unruhen geschürt, anstatt mit ihren jeweiligen Arbeitgeberverbänden den logischen Übergang in einem sich im Umbruch befindlichen Sektor auszuhandeln. Es ist inakzeptabel, die Not von Familien auszunutzen, um begrenzte industrielle Privilegien zu schützen.
Nicht weniger fragwürdig ist die Rolle des CEISA-Betriebsrats. Es ist empörend, dass die Arbeitnehmervertreter zugelassen haben, dass das Management ihre Arbeitsplätze in einem Immobilien-Schachspiel ausnutzt. Der Betriebsrat hat seine Aufsichtsfunktion vernachlässigt, indem er den Aktionen der Gewerkschaft jenseits ethischer Grenzen freien Lauf ließ und dem Management erlaubte, eine Erzählung zu diktieren, in der die Arbeitnehmer als menschliche Schutzschilde gegen das Gesetz missbraucht werden.
Die vorgeschlagene Lösung auf Fuerteventura mit einer 6.000 Meter langen Konzession in Puerto del Rosario ist ein ausgewogener Ansatz, der die Produktion sichert, ohne die Zukunft des Tourismus im Süden Gran Canarias zu gefährden. Das Festhalten an der Blockade in Santa Águeda, die aufgebauschten Zahlen und die drohenden Verkehrschaos bestätigen nur, dass die Geschäftsführung des Zementunternehmens den Bezug zur Realität der Kanarischen Inseln, die seit sieben Jahrzehnten ihre Heimat sind, verloren hat. Justiz und Verwaltung dürfen nicht nachgeben. Die Zukunft des südlichen Gran Canarias darf nicht von einer Industrie in Geiselhaft genommen werden, die angesichts ihrer unausweichlichen Verlagerung lieber alle Brücken auf Kosten des Wohlergehens der Bürger abbricht.











