Freitag, 17. Juli 2026
Maspalomas 24h | Zeitung aus Maspalomas und Süd-Gran Canaria
Hotelgelände und breite Alleen neben einem Zementwerk im Süden von Gran Canaria, wie Maspalomas24H bereits 2023 berichtete.
Fernando Masaveu Fernando Masaveu

Hotelgelände und breite Alleen neben einem Zementwerk im Süden von Gran Canaria, wie Maspalomas24H bereits 2023 berichtete.

Gara Hernández - M24h Samstag, 20. Dezember 2025

Das Schicksal von Santa Águeda wird nicht mehr allein vor Gericht entschieden, sondern auch in den Büros multinationaler Konzerne und hochkarätiger Notare. Wie Maspalomas24H bereits 2023 voraussagte, hat sich dies nun als Drehbuch für einen beispiellosen wirtschaftlichen Wandel bestätigt: Das Land, auf dem Franco 70 Jahre lang den Betonbau der Kanarischen Inseln vorantrieb, ist nur noch einen Schritt davon entfernt, das nächste Epizentrum des Luxustourismus zu werden.Die Mitarbeiter würden in das neue Unternehmen wechseln, und die Subunternehmer müssten sich, wie in allen anderen Lebensbereichen, anderweitig brauchbare Kunden suchen. Die Erpressung ist vorbei; jetzt gilt es nur noch, Widerstand zu leisten. Im Jahr 2024 bestätigte Fernando Clavijo, Präsident der Kanarischen Inseln, dass auf diesem Grundstück ein Luxushotel gebaut werden soll..

Die Neuigkeit betrifft nicht nur den Abbau, sondern auch die Gentlemen's Agreement, die sich nun herauskristallisiert. Masaveu und Votorantim, die treibenden Kräfte hinter CEISA, leugnen nicht das Offensichtliche: Die Zukunft ihres Landes im Süden Gran Canarias verströmt bereits den Duft von Orangenblüten und die Meeresbrise eines Boutique-Hotels. Die Strategie ist rein geografisch. Während die Regierung der Kanarischen Inseln (CC und PP) weiterhin darum kämpft, das Hafengelände von Santa Águeda zu räumen, hat die Hafenbehörde von Las Palmas ihren Zug auf dem regionalen Schachbrett gemacht. Die Konzession von 6.000 Quadratmetern in Puerto del Rosario (Fuerteventura) an CEISA ist der entscheidende Baustein.

Dieser Schritt sichert dem Zementunternehmen bis 2027 eine Liefer- und Produktionsroute auf Fuerteventura und ermöglicht so den von der Regierung Fernando Clavijo angestrebten „ehrenvollen Ausstieg“. Im Gegenzug für den Verzicht auf den Hafen von Gran Canaria – der von Großinvestoren wie dem ehemaligen Fußballer David Silva, der Cordial-Kette und der Familie Del Castillo umworben wurde – sichert der multinationale Konzern seine Geschäftstätigkeit im Archipel.

Hintergrund dieses Vorhabens ist einer der bedeutendsten Immobiliendeals des Jahrzehnts. Durch die Umwandlung des Geländes von Industrie- in Tourismusnutzung ist der Wert des CEISA-Grundstücks in Santa Águeda sprunghaft angestiegen. Renommierte Marken wie Hospes und Iberostar haben bereits Interesse an dem Projekt bekundet. Masaveu hat bereits Hotelverträge mit Iberostar abgeschlossen.

Nach jahrzehntelangem Bergbau könnten die Eigentümer das Land zu einem Rekordpreis an dieselben Investoren verkaufen, die nun ihren Weggang fordern. Der Weg zum ersten Hotelaufenthalt ist jedoch mit rechtlichen Widersprüchen gepflastert. Während über diese Flucht nach Fuerteventura verhandelt wird, setzt CEISA ihre juristische Offensive auf Gran Canaria fort und fordert Vorsichtsmaßnahmen, um einen sofortigen Abriss zu verhindern, den sie als „unerklärliche Rücksichtslosigkeit“ anprangert.

CEISA warnt davor, dass der Rückbau des Hafens vor der Inbetriebnahme des neuen Terminals auf Fuerteventura einen logistischen Engpass und zusätzliche Umweltkosten von 3.000 Tonnen CO2 jährlich durch Lkw-Transporte verursachen würde. Während also die einen Zementsäcke zählen und die anderen Hotelsterne, wartet das Land von Santa Águeda geduldig, wie nur das, was einst Stein war und später zur Fabrik wurde, warten kann. Es weiß, dass die Menschen am Ende immer eine Landschaft gegen eine andere tauschen und dass, wo gestern noch Windmühlen lärmten und grauer Staub herrschte, morgen eine spiegelglatte Stille und eine Brise herrschen werden, die nicht mehr nach Industrie riecht, sondern nach dem neuen Geld, das mit der Flut kommt, um die Spuren derer zu verwischen, die siebzig Jahre lang glaubten, Beton sei ewig.

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