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Erster Wohnungsmarktkongress der Kanarischen Inseln: Marichal ermutigt den Tourismussektor zu Investitionen im Süden von Gran Canaria

Erster Wohnungsmarktkongress der Kanarischen Inseln: Marichal ermutigt den Tourismussektor zu Investitionen im Süden von Gran Canaria

GARA HERNÁNDEZ - M24H Dienstag, 02. Dezember 2025


Die Eröffnung des ersten Wohnungsmarktkongresses der Kanarischen Inseln unter der Leitung von Präsident Fernando Clavijo diente als Plattform für die Vorstellung eines ambitionierten Reformpakets mit dem Ziel eines direkten Eingriffs in den Markt. Der stellvertretende Bürgermeister des südlichen Gran Canaria, Alejandro Marichal, nutzte die regionale Aufmerksamkeit, um einen direkten Appell an die Privatwirtschaft zu richten, eine führende Rolle bei der Lösungsfindung zu übernehmen. Er hob dabei die Spannung zwischen staatlichen Eingriffen und dem Bedarf an ausländischen Investitionen in der Tourismusregion hervor.

Auf Gran Canaria wird ein Pilotprojekt gestartet, um leerstehende Privatwohnungen zu mobilisieren. Eigentümer erhalten Garantien und Anreize im Gegenzug für bezahlbare Mieten (20 bis 25 % unter dem Marktpreis). Marichal, dessen Zuständigkeitsbereich die Region mit dem größten Tourismus- und Immobiliendruck auf den Inseln umfasst, betonte die hohe Einsatzbereitschaft der Bewohner der südlichen Region und ermutigte den Privatsektor zu Investitionen. Seine Äußerungen unterstreichen das Paradoxon, vor dem der Süden Gran Canarias steht: Obwohl er den Großteil des Tourismusertrags der Insel generiert, ist er gleichzeitig die Region, in der der Zugang zu Wohnraum für die dort Beschäftigten am kritischsten ist.

Marichals Appell wirkt dem interventionistischen Kurs der Regierung entgegen und erinnert daran, dass jede nachhaltige Lösung private Investitionen in neue Bauprojekte erfordert und nicht nur Regulierungen. Clavijo verteidigte die bedeutendste Umgestaltung der Wohnungspolitik des letzten Jahrzehnts und rechtfertigte nachfrageseitige Eingriffe, um zu verhindern, dass Familien mehr als 30–35 % ihres Einkommens für Wohnkosten aufwenden müssen – eine „rote Linie zur Verhinderung sozialer Ausgrenzung“.

Die wichtigste Ankündigung für ausländische Investoren und Immobilienmarktanalysten ist die Einführung wegweisender Maßnahmen in Spanien, die es Kommunen ermöglichen, den Verkauf von Wohnungen an Nichtansässige in stark nachgefragten Gebieten einzuschränken. Clavijo verglich diese Maßnahme mit bereits in europäischen Städten wie Amsterdam, Berlin und München umgesetzten Regelungen und sendete damit eine klare Botschaft an spekulative Investoren: Die soziale Funktion von Wohnraum ist von höchster Bedeutung. „Sie hielten uns für verrückt, als wir sagten, dass wir auch auf der Nachfrageseite eingreifen müssten“, erklärte Clavijo.

Diese Initiativen verdeutlichen das Bestreben der Regierung, die Wiederbelebung des öffentlichen Wohnungsbaus (derzeit befinden sich über 2.000 Wohneinheiten im Bau) mit der Mobilisierung des privaten Wohnungsbestands durch Anreize (wie Steuererleichterungen im Rahmen der Investitionsreserve der Kanarischen Inseln) zu verbinden und gleichzeitig ausländischen Spekulationsdruck einzudämmen. Die Herausforderung, die Anforderungen des freien Marktes, der den globalen Süden antreibt, mit den sozialen Bedürfnissen seiner Arbeitnehmer in Einklang zu bringen, bleibt der heikelste Aspekt der Strategie der Kanarischen Inseln.

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