Dienstag, 16. Juni 2026
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47 Millionen Euro lösen Empörung unter deutschen Investoren bei Lopesan aus

47 Millionen Euro lösen Empörung unter deutschen Investoren bei Lopesan aus

Gara Hernández - M24H Mittwoch, 26

Ein Gewinn von 47,3 Millionen Euro, der den Aktionären nicht zugutekommt. Die LS Invest AG, die deutsche Holdinggesellschaft des kanarischen Tourismuskonzerns Lopesan, steht vor einer von Spannungen geprägten Hauptversammlung: Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), der größte deutsche Verband von Minderheitsaktionären, hat einen formellen Gegenantrag gestellt, um zu verhindern, dass das Unternehmen den vollen ausschüttungsfähigen Gewinn von 47.382.766 Euro für das Geschäftsjahr 2024 einbehält.

 

Das Management von LS Invest schlägt vor, den gesamten Gewinn den Rücklagen zuzuführen und keinen einzigen Euro als Dividende auszuschütten.

 

Ein direkter Konflikt mit deutschem Gesellschaftsrecht. Die SdK (Gesellschaft der Aktionäre) verurteilt den Vorschlag als „rechtlich unhaltbar“ und verweist auf § 254 Abs. 1 AktG, der eine Mindestdividende von 4 % des Aktienkapitals vorschreibt, sofern sich das Unternehmen nicht in einer kritischen Lage befindet. Bei einem Aktienkapital von 128,7 Millionen Euro entsprechen diese 4 % 5,15 Millionen Euro bzw. 0,10 Euro je Aktie. Die SdK betont, dass sich LS Invest „in keiner Risikosituation befindet, die eine Streichung der Aktionärsausschüttungen rechtfertigen würde“.

 

Der Gegenangriff: Ausschüttung von 0,10 € pro Aktie

 

Die SdK wird der Hauptversammlung am 11. Dezember einen alternativen Gegenvorschlag unterbreiten: die Ausschüttung von 4.934.675 € Dividende – 0,10 € je Aktie – und die Überweisung der verbleibenden 42,4 Mio. € auf neue Konten. Sie argumentiert, ihr Vorschlag sei „der einzig gesetzeskonforme“ und beantragt, darüber vor dem Vorschlag des Vorstands abzustimmen, da er „aktionärsfreundlicher“ sei.

 

Lopesan im Rampenlicht des deutschen Marktes

 

Obwohl Lopesan in dem Dokument nicht erwähnt wird, ist die vorherrschende Interpretation in Frankfurt eindeutig: Der Konflikt wirft erneut Zweifel an der Führung des auf den Kanarischen Inseln ansässigen Konzerns auf, der strategische Positionen in Meloneras und Playa del Inglés innehat und in Deutschland über LS Invest operiert. Analysten weisen darauf hin, dass Reibungen mit institutionellen Anlegern die Finanzierungskosten erhöhen, zukünftige Hotelprojekte beeinträchtigen und in Zeiten intensiven Wettbewerbs zwischen Mittelmeerdestinationen Unsicherheit schaffen könnten.

 

Risiken im Vorfeld der Hochsaison

 

Die Spannungen entstehen genau zu dem Zeitpunkt, an dem der Wintertourismus – Lopesans umsatzstärkste Saison auf Gran Canaria – beginnt. Jede Uneinigkeit bei der Abstimmung oder eine mögliche Anfechtung könnte zu Reputationsschäden auf dem deutschen Markt, dem wichtigsten Kundenstamm, und zu möglichen Rechtsstreitigkeiten wegen Verletzung der Rechte von Minderheitsaktionären führen. Auch die Investitionsfreiheit für Unternehmenstransaktionen oder Hotelrenovierungen könnte eingeschränkt werden.

 

Am Ende kommt es auf eine Zahl an: 47 Millionen Euro. Für das Management von LS Invest stellt sie angesichts der makroökonomischen Unsicherheit ein solides finanzielles Polster dar. Für SdK symbolisiert sie die Verletzung von Aktionärsrechten. Der 11. Dezember wird zeigen, welche Interpretation sich durchsetzt … und welche Botschaft der deutsche Markt in diesem entscheidenden Moment für Lopesans Expansion und finanzielle Reputation sendet.

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