Dienstag, 16. Juni 2026
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Preissetzungsmacht: Im Süden Gran Canarias steht die Preisgestaltung im Vordergrund, nicht die Auslastung, um die Rentabilität zu sichern.

Preissetzungsmacht: Im Süden Gran Canarias steht die Preisgestaltung im Vordergrund, nicht die Auslastung, um die Rentabilität zu sichern.

Gara Hernández - M24H Mittwoch, 26

Der Tourismussektor im Süden Gran Canarias verfolgt eine Ertragsmanagementstrategie, die typisch für einen etablierten Markt mit Vertrauen in sein Produkt ist. Die Betreiber, die den Großteil der Unterkunftskapazitäten der Insel kontrollieren, priorisieren eindeutig den durchschnittlichen Tagespreis (ADR) gegenüber der Spitzenauslastung, was zu einer solideren finanziellen Basis führt, die allerdings stärker von den Ausgaben internationaler Touristen abhängt.

Hotelfonds im Süden Gran Canarias haben ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, Preise festzulegen und Wert für Investoren zu generieren. Das Finanzmanagement ist tadellos, mit einer Rekordauslastung von 83,28 %. Die Strategie stützt sich jedoch vollständig auf die anhaltende Nachfrage europäischer Konsumenten, während der lokale Markt weiterhin völlig von den touristischen Angeboten der Insel abgekoppelt ist. Die wichtigste Kennzahl ist der durchschnittliche Tagespreis (ADR), der sich im Oktober bei 129,15 € einpendelte, ein Anstieg von 3,44 % gegenüber dem Vorjahr. Der kumulative Trend ist sogar noch stärker: Der ADR stieg um beeindruckende 7,59 % auf 127,02 €.

Dieser anhaltende Preisanstieg erfolgt trotz eines leichten Rückgangs der Auslastung im Oktober: Die Zimmerauslastungsrate sank geringfügig um -0,57 % (auf 83,28 %) und die Auslastungsrate pro Platz ging um -0,93 % zurück (auf 72,82 %).

Die Strategie ist klar: Hoteliers im Süden Gran Canarias sind bereit, mit etwas niedrigeren Auslastungsraten (weniger als einem Prozentpunkt) zu arbeiten, um durch Preiserhöhungen höhere Gewinnmargen zu erzielen. Das Gesamtvolumen der ausländischen Übernachtungen bleibt positiv (+0,26 % im Vergleich zum Vormonat), was bestätigt, dass internationale Gäste die Preiserhöhung problemlos akzeptieren.

Zwei Kennzahlen deuten auf eine verhaltene Einschätzung der Finanzaussichten des Sektors hin. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank im Oktober um 0,70 % auf 7,07 Tage. Obwohl der Effekt gering ist, zeigt er, dass Besucher (hauptsächlich internationale Gäste, deren Aufenthalte um 1,02 % zurückgingen) auf höhere Preise mit einer leichten Verkürzung ihrer Reisen reagieren. Der Inlandsmarkt ist deutlich rückläufig, was die starke Abhängigkeit des Sektors von ausländischen Ausgaben unterstreicht. Die Übernachtungen von Touristen der Kanarischen Inseln brachen im Oktober um dramatische 16,16 % ein – ein Wert, der auf einen Rückgang der lokalen Freizeitausgaben angesichts steigender Inflation und Resortpreise hindeutet.

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