Die Tourismus- und Gastgewerbebranche der Kanarischen Inseln nimmt an diesem Wochenende Abschied von Ángel Marrero Rivero, einer Schlüsselfigur in der Professionalisierung des Servicegewerbes im Süden Gran Canarias und einem der Architekten der Hotelkultur von Maspalomas seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die in einer Gemeinschaft, die in ihm nicht nur einen Barkeeper mit raffinierter Technik, sondern auch einen geborenen Pädagogen und unermüdlichen Netzwerker sah, schwer zu füllen sein wird.
Marrero begann seine Karriere 1968 in Maspalomas, einem damals noch jungen Ort, als der internationale Tourismus gerade erst begann, die wirtschaftliche Zukunft des Archipels zu prägen. Mit Weitblick erkannte er, dass der Erfolg des Reiseziels nicht allein an der Anzahl der Hotelzimmer gemessen werden konnte, sondern vielmehr an der menschlichen und professionellen Qualität des Service. Von dieser Überzeugung getrieben, arbeitete er daran, die Mixologie – bis dahin ein wenig anerkannter Beruf – zu einer anerkannten Disziplin mit eigenen Standards und einem professionellen Stolz zu erheben, den er selbst mit unaufdringlicher Eleganz verkörperte.
Sein Engagement gipfelte im Mai 2006 in der Gründung der Canary Islands Bartenders Association (AABC). Unter seiner Führung bildete der Verband Generationen von Barkeepern aus, steigerte das Ansehen dieses anspruchsvollen Berufsstandes und brachte die Kanarischen Inseln zu nationalen und internationalen Wettbewerben. Der bis heute aktive Verband bewahrt die Grundprinzipien seines Gründers: Strenge, Kameradschaft und die feste Überzeugung, dass das Servieren eines Cocktails im Kern ein Moment der Gastfreundschaft ist.
Neben seiner Arbeit an der Theke spielte Marrero eine bedeutende Rolle im Gemeindeleben von San Bartolomé de Tirajana. Er war maßgeblich an der Abspaltung der Gemeinde von Maspalomas beteiligt, half bei der Etablierung des regionalen Folklorefestivals und förderte die Städtepartnerschaft mit Segovia – Initiativen, die sein außergewöhnliches Talent widerspiegeln, Brücken zu bauen und gemeinschaftliche Gesten zu einem festen Bestandteil des lokalen Lebens zu machen. Laut seinen Bekannten war er ein Mann, der eher zum Einigwerden als zum Spalten neigte und lieber zuhörte, als sich in den Vordergrund zu drängen.
Im Jahr 2025 verlieh ihm der Stadtrat von San Bartolomé de Tirajana die Goldmedaille der Gemeinde. Diese Auszeichnung würdigte nicht nur seinen Beitrag zum touristischen Prestige von Maspalomas, sondern auch seine Fähigkeit, eine Servicekultur zu prägen, die in Hotels, Bars und Ausbildungsstätten im Süden von Gran Canaria bis heute Bestand hat.
Im November 2021 trauern Kollegen, Institutionen und Nachbarn um seinen Tod, im Bewusstsein, dass mit ihm eine Generation ausgestorben ist, die den Tourismus zu einem gemeinschaftlichen Projekt und nicht nur zu einem Geschäft gemacht hat. Sein Vermächtnis – geprägt hinter dem Tresen, in der Ausbildung und im Gemeinschaftsleben – wird in den Herzen derer weiterleben, die von seinem ruhigen Beispiel gelernt haben: das eines Mannes, der Gastfreundschaft zu einer Berufung und diese Berufung zu einem bleibenden Vermächtnis gemacht hat.











