Alejandro Marichal: „Den Studierenden zuzuhören ist unerlässlich für den Aufbau einer gerechteren, sichereren und verantwortungsvolleren Gemeinde. Ihre Vorschläge basieren auf direkten Erfahrungen und einer ehrlichen Einschätzung dessen, was funktioniert und was verbessert werden muss.“
Dimas Sarmiento: „Am Weltkindertag müssen wir uns daran erinnern, dass der Schutz, das Wohlergehen und die Teilhabe von Kindern gemeinsame Verantwortungen sind.“
Der Stadtrat von San Bartolomé de Tirajana veranstaltete am 21. November erneut seine Kinderplenarsitzung. Diese Initiative ist Teil des sozial-gemeinschaftlichen Projekts „Für eine gerechte Welt“, das vom Sozialamt gefördert wird. Insgesamt 60 Sechstklässlerinnen und -klässler nahmen an der Veranstaltung teil, die ihnen die Arbeitsweise der städtischen Institution näherbringen, ihr kritisches Denken fördern und das Bewusstsein für Kinderrechte sowie deren Eintreten stärken sollte.
Die teilnehmenden Schulen waren CEIP Santa Águeda, CEIP El Matorral, CEO Tunte und CEIP Arenas Sur. In den Wochen vor der Veranstaltung nahmen alle Schülerinnen und Schüler an einem Workshop mit dem Titel „Unsere Rechte kennen“ teil. Dort setzten sie sich mit den grundlegenden Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention auseinander und erarbeiteten Vorschläge, die sie schließlich dem Bürgermeister und dem Gemeinderat präsentierten. Dabei erörterten sie Konzepte wie das Recht auf Leben, den Schutz vor Gewalt, hochwertige Bildung, die Bedeutung von Respekt und die Notwendigkeit einer sicheren und gesunden Umgebung.
Die Plenarsitzung der Kinder begann mit der Bildung des Komitees, in dem die Schülerinnen und Schüler die für eine Plenarsitzung typischen Rollen übernahmen. Als Ratsmitglieder, Zuhörer und Protokollführer ergriffen sie das Wort und konnten so demokratische Prozesse hautnah und lehrreich erleben. Von dieser Plattform aus brachten sie ihre Anliegen und Vorschläge zu den Artikeln 19, 24, 27 und 29 der UN-Kinderrechtskonvention vor.
Die Grundschule El Matorral betonte die dringende Notwendigkeit, den Spielplatz in El Matorral wiederherzustellen. Dieser Ort sei unerlässlich für das körperliche und seelische Wohlbefinden der Kinder, da der fehlende Spielplatz ihre körperliche Aktivität und soziale Kontakte einschränke. Die Schule hob außerdem hervor, wie wichtig es sei, die Sauberkeit im Viertel und an den nahegelegenen Stränden durch Aufklärungskampagnen, mehr Reinigungspersonal und die Zusammenarbeit mit Schulen zu verbessern. Darüber hinaus forderte sie verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in der Gegend, insbesondere nachts, und bat um eine erhöhte Polizei- und Rettungsschwimmerpräsenz in den Badebereichen.
CEO Tunte konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf das Recht auf Schutz vor Gewalt und erklärte, dass die Gewährleistung der emotionalen und körperlichen Sicherheit von Kindern für deren Entwicklung unerlässlich sei. Unter seinen Vorschlägen hob er die Einrichtung einer „Vertrauensbox“ hervor, einer anonymen Anlaufstelle, über die Risikosituationen in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen gemeldet werden können. Die Schüler stellten außerdem Fragen zu den städtischen Protokollen für den Umgang mit Gewalt- oder Vernachlässigungsfällen im öffentlichen Raum sowie zur Koordination zwischen Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Sozialdiensten, um Risikofälle schnell und effektiv zu bearbeiten.
Die Grundschule Santa Águeda thematisierte die Notwendigkeit, die Maßnahmen gegen Mobbing zu verbessern und die emotionale Unterstützung betroffener Kinder zu stärken. Sie erarbeitete außerdem Vorschläge zu Artikel 29 über die Bildungsziele und betonte die Bedeutung der Förderung von Toleranz, Respekt und friedlichem Zusammenleben unter Gleichaltrigen. Darüber hinaus hob sie hervor, dass bei Umweltverschmutzungen oder -schäden schneller gehandelt und alle gesellschaftlichen Akteure in den Schutz der natürlichen Umwelt einbezogen werden müssen.
Während der Sitzung hob der amtierende Bürgermeister Alejandro Marichal die Bedeutung dieser Initiative hervor und betonte den Wert der Kinderbeteiligung am öffentlichen Leben der Gemeinde. „Kindern zuzuhören ist unerlässlich für eine gerechtere, sicherere und verantwortungsvollere Gemeinde. Ihre Vorschläge basieren auf direkten Erfahrungen und einer ehrlichen Sichtweise darauf, was funktioniert und was verbessert werden muss. Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in einer Gemeinderatssitzung zu äußern, ist nicht nur eine pädagogische Maßnahme, sondern auch ein Bekenntnis zu einer Bürgerschaft, deren Entwicklung bereits in der Kindheit beginnt. Heute haben sie gezeigt, dass ihre Stimme Gewicht hat und dass ihre Ideen wirklich zur Verbesserung von San Bartolomé de Tirajana beitragen“, erklärte Marichal.
Der Stadtrat für Soziales, Dimas Sarmiento, betonte die Bedeutung kindgerechter Aktivitäten zum Weltkindertag. „Diese Plenarsitzung ist weit mehr als ein symbolischer Akt: Sie ist ein pädagogisches Instrument, das Kindern ermöglicht, ihre Rechte kennenzulernen, darüber nachzudenken und sich aktiv am öffentlichen Leben zu beteiligen. Am Weltkindertag dürfen wir nicht vergessen, dass der Schutz, das Wohlergehen und die Teilhabe von Kindern unsere gemeinsame Verantwortung sind. Aktivitäten wie diese stärken ihr Selbstwertgefühl, ihre analytischen Fähigkeiten und ihr Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinde“, erklärte er. Sarmiento lobte außerdem die Arbeit der Mitarbeiter und Techniker von PROINFA bei der Entwicklung dieser Aktivität sowie die Arbeit in den Schulen, die dank des Engagements der Lehrkräfte gut durchdacht, begründet und auf die Gegebenheiten der jeweiligen Schulgemeinschaft zugeschnitten war.
Am Ende der Plenarsitzung erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Urkunde, die ihre Teilnahme und ihre Rolle als Mitglieder des Kinderrats würdigte. Der Tag klang mit einem gesunden Frühstück und einem abwechslungsreichen Programm aus, das Freizeit- und Kreativworkshops, Tanz und Geschichtenerzählen umfasste und so die soziale Interaktion, den künstlerischen Ausdruck und das gemeinsame Lernen durch diese demokratische Erfahrung förderte.











