Dienstag, 14. April 2026
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Nadia Jiménez zollt Salvador Allende in ihrem neuesten Werk Tribut, das in Maspalomas präsentiert wird.
Nadia Jiménez Nadia Jiménez

Nadia Jiménez zollt Salvador Allende in ihrem neuesten Werk Tribut, das in Maspalomas präsentiert wird.

Gara Hernández - M24h Donnerstag, 20. November 2025

Der Süden Gran Canarias wurde ungewollt zu einem Korridor für chilenisches Leben aus Skandinavien. Die Brutalität des Putsches vom 11. September 1973 in Santiago löste eine beispiellose chilenische Diaspora aus und zwang über 200.000 Bürger ins Exil – ein Exodus, der die politische Landschaft des südlichen Kegels und die europäische Solidarität neu definierte. Diplomatisches Asyl wurde zur wichtigsten institutionellen Lebensader, wobei die schwedische Botschaft eine herausragende Rolle spielte. Schweden beherbergte bis 1988 fast 10.000 Chilenen und demonstrierte damit eine breit angelegte humanitäre Außenpolitik. Viele dieser Exilanten, ihre Kinder und Enkelkinder sind heute Touristen im Süden Gran Canarias, und einige sind sogar Geschäftsleute, die sich später dort niedergelassen haben.

Die zweite Auflage von „Die Dichterin, die Pinochet trotzte“ etabliert das Werk der kanarischen Schriftstellerin als wichtiges Zeugnis des kollektiven Gedächtnisses. Sie erzählt die wahre Geschichte, wie ihr Vater, Juan Jiménez, während des Staatsstreichs von 1973 zwei Chilenen das Leben rettete. Die kanarische Schriftstellerin und Kulturjournalistin Nadia Jiménez (Las Palmas, 1968) freut sich über die hervorragende Resonanz auf ihr viertes Buch „Die Dichterin, die Pinochet trotzte“ (Mercurio Editorial, 2024), das bereits in der zweiten Auflage erschienen ist. Das über 300 Seiten starke Werk, eine poetische Chronik, geht über die Familiengeschichte hinaus und ist durch die Auseinandersetzung mit den tragischen Tagen des Staatsstreichs vom 11. September 1973 fest im kollektiven Gedächtnis, insbesondere im chilenischen, verankert.

Das Buch erzählt die wahre Geschichte seines Vaters, des Dichters und Aktivisten Juan Jiménez (Gewinner des Can de Plata-Kunstpreises der Kanarischen Inseln 2016). Jiménez, ein Linker, der aufgrund seiner Verbindungen zur Kommunistischen Partei und seiner Tätigkeit im Untergrundgewerkschaftswesen auf den Kanarischen Inseln von Francos Diktatur verfolgt wurde, lebte nach dessen Wahlsieg 1970 in Chile den „Traum Salvador Allendes“.

Das Buch schildert Juan Jiménez' erschütternde Erlebnisse in den Tagen nach Pinochets Putsch und seine waghalsige Flucht. Am bemerkenswertesten ist sein Akt der Solidarität: Er brachte die beiden chilenischen Geschwister Lucho und Gisela mit einem Iberia-Flug lebend außer Landes, die sonst direkt Opfer von Augusto Pinochets Repressionen geworden wären. Dieser Akt des persönlichen Widerstands, geprägt von einer linken Ideologie, die er unter Francos Regime erfahren hatte, bildet den Kern der Erzählung.

Wie die Autorin selbst, Nadia Jiménez, erklärt, ist ihr Werk eine Übung in sprachlicher und politischer Alchemie: „Mein Vater sagte in einem seiner Gedichte, man müsse das Leben ‚im Che-Guevara-Stil‘ leben… Der Dichter Juan Jiménez machte Che somit zu einem Adverb als essentielle Lebensbotschaft, und ich meinerseits habe es gewagt, Allende zu einem Verb zu machen, um in meinem Buch diese Episode aus dem wirklichen Leben meines Vaters zu erzählen und wie es ihm gelang, nach Spanien zurückzukehren, als ihn der Staatsstreich dort in Chile überraschte, wo er den Traum von Salvador Allende lebte (wie so viele andere, die nach Chile gingen, um eine bessere Welt aufzubauen).“

Das Werk, das das literarische Schaffen von Nadia Jiménez (Tochter des Dichters Juan Jiménez und der Malerin María Castro) erweitert, fungiert als wichtige Brücke zwischen dem politischen und kulturellen Gedächtnis Chiles und dem der Kanarischen Inseln und erinnert uns daran, dass Kunst und Poesie wesentliche Werkzeuge des Widerstands waren und sind.

 

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