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50 Jahre Tourismus auf Gran Canaria: Die Grafschaft Vega Grande, die Maspalomas prägte
Alejandro del Castillo und Bravo de Laguna Alejandro del Castillo und Bravo de Laguna

50 Jahre Tourismus auf Gran Canaria: Die Grafschaft Vega Grande, die Maspalomas prägte

Yurena Vega - M24h Donnerstag, 20. November 2025

Die Geschichte der Grafschaft Vega Grande de Guadalupe, die 1777 begann, ist ein einzigartiges Beispiel für die enge Verbindung von Adel, Kapital, Immobilienstrategie und dem Aufbau einer globalen Marke. Weit entfernt von bloßen Landbesitzern, wirkte diese Familiensaga als Katalysator für Modernisierung und Tourismus auf Gran Canaria und übte einen Einfluss aus, der von den ersten illustrierten Reiseführern bis zur Entstehung der ersten bedeutenden Touristenstadt an der Atlantikküste reicht: Maspalomas Costa Canaria.

Die touristische Tradition der Familie reicht bis in die Zeit vor der Verleihung der kanadischen Charta zurück. Die Vorfahren bewiesen ein tiefes Bewusstsein für den intrinsischen Wert des Territoriums für die internationale Außendarstellung. Bereits im 18. Jahrhundert verfasste Pedro Agustín del Castillo y Ruiz de Vergara (Autor von 1669 bis 1741), damals noch ohne Grafentitel, die „Historische und Geographische Beschreibung der Kanarischen Inseln“ (1735), ein wegweisendes Werk mit wertvollen Karten und Plänen. Dieses Manuskript, das für die koloniale und militärische Elite bestimmt war, kann als erster Reiseführer für die Inseln gelten und legte den Grundstein für das geographische Wissen, das die Kanarischen Inseln aus dem Mythos der „Glücklichen Inseln“ befreite und sie in den Fokus der europäischen Renaissance rückte.

Diese weltoffene Vision wurde durch Familienmitglieder, die mit der fortschrittlichen Königlichen Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft der Freunde des Landes (1777) verbunden waren, sowie durch abenteuerlustige Persönlichkeiten wie José de Viera y Clavijo, der die ersten Ballonfahrten in Spanien durchführte, bestärkt. Die Familie bewies zudem früh ein ausgeprägtes kulturelles Gespür, insbesondere Leonor del Castillo, die Anfang des 19. Jahrhunderts die Tradition der Blumenteppiche in Las Palmas einführte – eine Tradition, die heute eine wichtige Touristenattraktion in La Orotava darstellt.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts schloss sich die Casa Condal der aufstrebenden Zivilgesellschaft Gran Canarias an, die maßgeblich zum Übergang von einer agrarischen zu einer tourismusorientierten Wirtschaft beitrug. Graf Fernando del Castillo Westerling (1828–1901) war Anteilseigner des Unternehmens, das das Hotel Santa Catalina und den ersten Golfclub Spaniens (1891) gründete. Diese Einrichtungen waren nicht bloß Freizeitstätten; sie bildeten die notwendige Infrastruktur, um Gesundheitstouristen und kaufkräftige Reisende aus Nordeuropa anzuziehen.

Der entscheidende Meilenstein für seine weltweite Bedeutung wurde jedoch Mitte des 20. Jahrhunderts erreicht. In Anlehnung an den Aufruf von Néstor Martín-Fernández de la Torre – Projekte „im großen Stil und mit Blick auf die Zukunft“ zu konzipieren – nahmen die Grafen die Herausforderung von Maspalomas an.

Graf Alejandro del Castillo y del Castillo (1892–1977) und sein Neffe, der neunte Graf, Alejandro del Castillo y Bravo de Laguna (1928–), lehnten die Idee ab, ihre weitläufigen, unproduktiven Ländereien in bloße Hotels oder Zoos umzuwandeln. Ihre Antwort darauf war ein internationaler Ideenwettbewerb (1961) für Maspalomas Costa Canaria.

Das daraus entstandene Projekt war eine wirtschaftliche und logistische Meisterleistung. Die Familie Condal erschloss nicht nur das Gebiet, sondern schuf auch das gesamte Ökosystem der Stadt von Grund auf: Angesichts des Mangels an ausreichender öffentlicher Infrastruktur errichteten sie den Soria-Staudamm, das Wasserverteilungsnetz, das Elektrizitätswerk Maspalomas (Elmasa) und die Straßen. Sie förderten den ersten ökumenischen Tempel Spaniens, das Hotel Oasis Maspalomas (ein architektonisches Wahrzeichen), den Fliegerclub und den ersten Themenpark des Landes (Sioux City). Sie entschieden sich für das Apartmentmodell, das es zahlreichen kleinen Inselinvestoren ermöglichte, ihre Projekte mit Tourismuseinnahmen zu finanzieren und so sicherzustellen, dass viele Inselbewohner vom Tourismus profitierten.

Innerhalb eines Jahrzehnts waren die Auswirkungen „außergewöhnlich“: Maspalomas verzeichnete einen Anstieg der Touristenzahlen von 58.000 auf über 900.000 jährlich im Jahr 1974 und übertraf damit die Hauptstadt. Durch die Landspende für die NASA-Raumstation investierte die Familie zudem symbolisches und technologisches Kapital und stärkte so die Marke Gran Canaria. Getreu ihrem Motto „Das Leben preisen. Es ehren, solange es nicht vergessen ist“ bewies die Familie Condado, dass Landbesitz, kombiniert mit unternehmerischem Geschick und städtebaulicher Kühnheit, der stärkste Motor für die Transformation einer Inselwirtschaft sein kann.

 

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