Die ausgedehnten Dünenfelder und Palmenhaine von Maspalomas, heute ein Erholungsgebiet mit unberührter Geologie, verbergen Narben, die die offizielle Geschichtsschreibung ignorierte. Eine kürzlich erfolgte Untersuchung der Pfarr- und Notariatsarchive der Stadt Agüimes brachte eine gewalttätige und dramatische Episode in der Geschichte Gran Canarias ans Licht: eine vergessene Schlacht gegen französische Invasoren vom 21. September 1685, die Professor Juan Méndez Castro in einer wissenschaftlichen Studie mit dem Titel „Die Franzosen in Maspalomas im Jahr 1685“ veröffentlicht hat.
Spuren dieses Ereignisses finden sich weder in den großen Marinechroniken noch in Antonio Rumeu de Armas’ monumentalem Werk über die Piraterie, sondern eher in den bürokratischen Details und der Todesaufzählung. Die Enthüllung stammt aus einem Vormundschaftsverfahren aus dem Jahr 1688, in dem Don Francisco Romero, der Bruder des verstorbenen Kapitäns Don Diego Romero Cabeza de Vaca, erklärte, sein Verwandter sei „im Kampf gegen die Franzosen bei Maspalomas gefallen“.
Das Pfarrarchiv von Agüimes bestätigte die Tragödie. Am 21. September 1685 fielen nicht nur Hauptmann Romero, sondern auch Fähnrich Sebastián Bordón de Sotomayor und fünf weitere Milizionäre: Francisco de León, Francisco Artiles Melián, Juan Pérez Macías, Juan Rodríguez Peña und Juan de Artiles. Sieben Einwohner von Agüimes, die meisten von ihnen verheiratet und mit Kindern, kamen an einem einzigen Tag ums Leben. Der Text der Sterbeurkunden ist lakonisch und dramatisch: Sie wurden „in der Gegend von Maspalomas begraben, weil sie im Kampf mit den Franzosen starben und nicht in die Pfarrei gebracht werden konnten“. Ein stilles Zeugnis für die Dringlichkeit und Gewalt des Ereignisses.
Die Erschütterungen in der kleinen Stadt Agüimes müssen gewaltig gewesen sein. Von den erhaltenen Details sind jedoch nur die Inventare der Habseligkeiten des Verstorbenen erhalten geblieben („aus dem Krieg, der in Maspalomas mit den Franzosen stattfand“) und die prunkvollen Bestattungsriten ein Jahr später.
Am 9. September 1686, fast ein Jahr nach dem Ereignis, wurden die Leichen in Maspalomas exhumiert und ehrenvoll in die Pfarrkirche von Agüimes überführt. Die mit Symbolik und religiösem Pomp (Umhang, Hochkreuz, Totenwache und Gebete) gespickte Zeremonie diente der würdigen Bestattung der Milizhelden, die in einem einzigen „ehrenvollen“ Grab in der Kirche ihre letzte Ruhe fanden. Diese rituelle Anstrengung der Gemeinde, die in den Archiven der Sammler bis ins kleinste Detail dokumentiert ist, unterstreicht das Bedürfnis der Gesellschaft, die Wunde zu heilen und das Opfer angesichts eines so plötzlichen und gewaltsamen Ereignisses zu würdigen.
Historische Frage: Ein vergessenes Scharmützel?
Die Aktion von 1685, bei der an einem einzigen Tag sieben militärische Opfer dokumentiert wurden, war kein bloßer Zwischenfall, sondern ein Gefecht von bemerkenswertem Ausmaß für die damalige lokale Miliz. Die plausibelste Hypothese ist, dass es sich um einen versuchten Plünderungs- oder Versorgungsangriff eines französischen Piraten oder Freibeuters handelte – eine ständige Bedrohung in den atlantischen Gewässern des 17. Jahrhunderts. Das Fehlen einer Erwähnung in hochrangigen Militär- oder Regierungsakten wirft jedoch eine faszinierende Frage auf: Warum schweigt die offizielle kanarische Geschichtsschreibung über dieses Opfer? Handelte es sich um ein unbedeutendes Ereignis, das von höheren Stellen berücksichtigt wurde, oder ist der entscheidende Bericht in den Labyrinthen der Archive verloren gegangen?
Tatsächlich hat der Sand von Maspalomas dank der akribischen Aufzeichnungen von Pfarrern und Schreibern wie Lucas Betancourt Cabrera mehr als drei Jahrhunderte später die Namen und Todesursachen von sieben Verteidigern Gran Canarias enthüllt. Die Herausforderung für Historiker besteht nun darin, den Bericht über die Schlacht zu finden, der zweifellos an die höheren Behörden weitergeleitet wurde, und dieser „Schlacht gegen die Franzosen“ den Platz zu geben, den sie im Gedächtnis der Insel verdient.











