Dienstag, 14. April 2026
Maspalomas24h
Die Wirtschaftshauptstadt der Kanarischen Inseln wird 63: Von der Wüste von Maspalomas zum regionalen Wohlstandszentrum.

Die Wirtschaftshauptstadt der Kanarischen Inseln wird 63: Von der Wüste von Maspalomas zum regionalen Wohlstandszentrum.

Yurena Vega - M24h Donnerstag, 16. Oktober 2025

Trotz des Unmuts der Bevölkerung von Las Palmas jährt sich am 15. Oktober die Grundsteinlegung in San Agustín zum 63. Mal, ein symbolischer Akt, der den Beginn der Urbanisierung des heutigen Maspalomas Costa Canaria markierte. Dieses von Alejandro del Castillo, Graf von Vega Grande de Guadalupe und Eigentümer von Elmasa, ins Leben gerufene Ereignis war nicht bloß ein Immobilienprojekt; es war der Beginn der modernen Wirtschaftsarchitektur Gran Canarias. Die Initiative, die 20.000 Hektar unberührte Küste in das Reiseziel Maspalomas Costa Canaria verwandelte, war der Urknall für den Dienstleistungssektor der Inseln. Doch die Geschichte der Familie Del Castillo, die manchmal als „Albas der Kanarischen Inseln“ bezeichnet wird, zeigt, dass ihr Einfluss kein vorübergehender Zufall, sondern ein struktureller Faktor ist.

Der Einfluss der Familie auf die kanarische Wirtschaft ist tiefgreifend und erstreckt sich über Jahrhunderte: von der Gründung von Zuckerfabriken über die Einführung von Tomaten und Bananen bis hin zu industriellen Innovationen. Dieser historische Einfluss unterstreicht die Tatsache, dass die touristische Entwicklung von 1962 durch die herausragende und kontinuierliche Kontrolle des Landbesitzes ermöglicht wurde. Die Entscheidung, Tausende Hektar Land in touristisches Eigentum umzuwandeln, war ein Akt wirtschaftlicher Macht, wie man ihn im modernen Europa selten sieht.

Wie Professor Manuel Lobo betont, ist die Geschichte Gran Canarias eng mit der dieser Familie verknüpft. Dies ist ein Schlüsselfaktor für das Verständnis der Stabilität und des regulatorischen Risikos auf der Insel. Diese historische Rolle stellt sicher, dass die Familie Del Castillo weiterhin ein wichtiger Akteur im politischen und vor allem wirtschaftlichen Gefüge der Inseln bleibt und Einfluss auf Planungs- und Entwicklungsentscheidungen ausübt.

Im Jahr 1962 war der Süden der Insel eine Wüste mit geringem Produktionswert. Die Vision, dieses Land in ein internationales Touristenziel zu verwandeln, war ein privates Kapitalprojekt, das den Grundstein für den Immobilienmarkt legte, auf dem heute 4.710 €/m² gehandelt werden (der Durchschnittspreis für San Bartolomé de Tirajana im September 2025).

Del Castillos Erbe ist nicht nur das eines Bauunternehmers, sondern auch das eines Visionärs der Dienstleistungswirtschaft. Er aktivierte latentes Kapital: Er machte unbebautes Land zur wichtigsten Devisenquelle der Insel, zog ausländisches Kapital an und schuf einen Nachfragemotor (Maspalomas-Meloneras: 5.769 €/m²).

Die ursprüngliche Planung schuf das Modell einer segregierten Tourismusentwicklung, das die kanarische Küste dominieren sollte. Heute ist dieses Modell jedoch Gegenstand intensiver gesellschaftlicher Debatten über seine Nachhaltigkeit und Überfüllung. Dieser Jahrestag erinnert die Reglementierer: Der heutige Reichtum der Kanarischen Inseln ist ein direktes Ergebnis dieser ersten Investition im Süden Gran Canarias. Die Herausforderung besteht nun darin, sicherzustellen, dass die auf dieser ursprünglichen Vision aufbauende Dienstleistungsinfrastruktur die jährlich 15 Millionen Touristen versorgen kann, ohne das soziale Gefüge und den Wohnungsmarkt, die derzeit einem beispiellosen Druck ausgesetzt sind, zu gefährden.

Die Familie Del Castillo prägt nicht mehr nur die Geographie von Maspalomas. Das bedeutet, dass sich der Einfluss der Kanaren nun über das ganze Land erstreckt und sie seit ihrer ersten Beteiligung im Jahr 1962 als Zentrum der Liquidität und Finanzkompetenz fungiert. Das Erbe des Grafen von Vega Grande ist das einer Familie, die es verstanden hat, Geschichte zu Geld zu machen und sie unter den Bürgern im Süden Gran Canarias bekannt zu machen.

 

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