Mittwoch, 20. Mai 2026
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Süd-Gran Canaria durch Salcai-Streik in Geiselhaft: 600 Reisen abgesagt und Touristen durch Transportmonopol gefangen

Süd-Gran Canaria durch Salcai-Streik in Geiselhaft: 600 Reisen abgesagt und Touristen durch Transportmonopol gefangen

GARA HERNÁNDEZ - M24H Samstag, 20

Sie sind keine Piraten; sie waren es. Aber sie verhalten sich wie Piraten. Die Mitarbeiter von Salcai-Global halten Passagiere und Touristen Gran Canarias als Geiseln und blockieren die Mobilität auf der Insel mit einem unbefristeten Streik, der an diesem Wochenende mehr als 600 Fahrten zum Erliegen bringen wird. Die Fahrzeuge, das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs auf Gran Canaria, sind zur Geisel eines Kampfes zwischen Gewerkschaften und Unternehmen geworden, hinter dem sich mehr verbirgt als nur Verbesserungen bei den Arbeitsverhältnissen: die entschiedene Verteidigung eines Monopols, das den Fernverkehr in der Provinz Las Palmas seit Jahrzehnten kontrolliert.

Der Streik konzentriert sich auf zwei kritische Zeiträume: von 06:00 bis 10:00 Uhr und von 17:00 bis 21:00 Uhr, wenn die Mobilität von Studenten, Arbeitern und Touristen am stärksten ist. Da die Mindestabdeckung 75 Prozent beträgt, werden täglich schätzungsweise 300 Linien gesperrt, was Tausende von Menschen dazu zwingt, auf improvisierte Alternativen zurückzugreifen.

An diesem Sonntag wird die Situation noch schlimmer: Die Kürzungen am Wochenende werden durch Fahrerstreiks noch verschärft, sodass Touristengebiete wie Puerto Rico, Playa del Inglés und der Flughafen selbst praktisch vom Verkehr abgeschnitten sind. Ein Bild eines Reiseziels in der Dritten Welt mitten in der Hochsaison.

Stationen in Käfige umgewandelt

Das Bild in San Telmo spricht Bände: endlose Warteschlangen, leere Bahnsteige und Touristen mit Koffern in der Sonne, die nicht wissen, ob ein Bus kommt. Studenten, die auf den Campus wollen, und Arbeiter, die auf Fernverkehr angewiesen sind, sind in völliger Hilflosigkeit gefangen. „Das ist eine versteckte Entführung“, murmelte ein resignierter Fahrgast, der beobachtete, wie sich sein Busfahrer dem Streik anschloss.

Die Druckstrategie: Monopol oder nichts

Die Gewerkschaften betonen, dass der Protest notwendig sei. „Er wird weitergehen, auch wenn er lästig ist“, erklärte Fahrer Juanma Trujillo diesen Freitag. Santiago Domínguez (CCOO) warnte unterdessen: Wenn die Stadtverwaltungen von Lanzarote und Fuerteventura nicht eingreifen, werden die Teilstreiks zu einer totalen Lähmung führen. Doch hinter dem Gewerkschaftslärm verbirgt sich eine dunklere Unterströmung: der Schutz eines abgeschirmten Geschäfts. Salcai-Global betreibt nicht nur die meisten Linien, sondern bedingt auch jeden Versuch von Wettbewerb oder Diversifizierung im öffentlichen Nahverkehr. Der Streik ist mehr als eine Forderung, er ist eine Machtdemonstration.

Touristen und Einwohner, die Geiseln

Der Streik fällt mit dem massiven Besucheransturm zusammen, während die Hotelauslastung im September bei über 80 Prozent liegt. Der Schaden für Gran Canarias internationales Image ist deutlich spürbar: Touristen sitzen an Bahnhöfen fest, Familien suchen verzweifelt nach Taxis und die Straßen sind aufgrund der zunehmenden Zahl privater Pkw verstopft. Der Kanarische Inselrat und die Regierung schauen derweil weg – hin und her zwischen dem Druck der Gewerkschaften und der Angst, die Interessen eines Monopols zu schädigen, das den Fernverkehr privatisiert hat.

Der Süden Gran Canarias leidet nicht nur unter einem Streik: Er wird Opfer einer Verkehrsübernahme. Passagiere werden zu unfreiwilligen Geiseln in einem Kampf, der die Abhängigkeit der Insel von einem einzigen Betreiber, Salcai-Global, und die Unfähigkeit der Institutionen, Alternativen zu garantieren, offenlegt. Touristen nehmen lange Wartezeiten und ein Gefühl des Chaos mit nach Hause. Die Einwohner müssen mit der Gewissheit leben, dass die Mobilität auf der Insel von denen gekapert wird, die behaupten, sie zu verteidigen. Und das Monopol ist unerschütterlich.

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