Mittwoch, 20. Mai 2026
Maspalomas24h
25 Jahre, seit die Wettbewerbsbehörde eine Warnung vor Salcais Monopol auf Gran Canaria aussprach: eine entführte Insel.

25 Jahre, seit die Wettbewerbsbehörde eine Warnung vor Salcais Monopol auf Gran Canaria aussprach: eine entführte Insel.

Gara Hernandez Samstag, 20

Der Streik der Mitarbeiter von Salcai, dem Unternehmen, das den Fernverkehr und den Touristenverkehr auf Gran Canaria kontrolliert, brach zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt aus: Genau 25 Jahre später warnte die Nationale Wettbewerbskommission das Unternehmen davor, als Monopol zu agieren. Heute, ein Vierteljahrhundert später, sind die Passagiere immer noch in einem geschlossenen Modell gefangen, ohne echte Alternative.

Die ignorierte Wettbewerbsbekanntmachung

Im Jahr 2000 veröffentlichte das inzwischen aufgelöste Wettbewerbsgericht den Bericht C-56/00 SALCAI/UTINSA. Darin wurde festgestellt, dass die Insellage einen auf die einzelnen Inseln beschränkten geografischen Markt geschaffen hat. Die Schlussfolgerung war eindeutig: Der Markt für den regulären Personenverkehr auf Gran Canaria sollte auf Anbieter der Insel beschränkt sein, ohne die Möglichkeit einer Ausweitung auf einen „regionalen Markt“. Das Wettbewerbsgericht betonte, dass die Fusion zwischen Salcai und Utinsa nichts geändert habe, da die beiden Unternehmen nie miteinander konkurriert hätten: Jedem sei rechtlich ein eigener geografischer Sektor zugewiesen worden. Der Bericht warnte, dass die Insellage ein natürliches Expansionshemmnis darstelle und das daraus resultierende Monopol die Insel ohne jeglichen möglichen Wettbewerb lasse.

Der politische Wandel und der Schutz des Monopols

Trotz dieses Urteils annullierte der Ministerrat der PP die Gründung von Global, doch die mächtige Busfahrerlobby erzwang einen politischen Kurswechsel. Der Druck von Arbeitnehmern und Unternehmen stärkte schließlich die Kontrolle von Salcai, das mit der Zeit seine Position als einziger Intercity-Anbieter auf Gran Canaria festigte. Die CNMC stieß in ihrem darauffolgenden Urteil auf einen Widerspruch, der bis heute anhält: Sie dehnte den geografischen Geltungsbereich auf die gesamte Autonome Gemeinschaft aus, obwohl der Dienst naturgemäß inselbasiert ist. Die Vermischung zwischen der (autonomen) Verwaltungszuständigkeit und dem realen Markt (inselbasiert) öffnete Tür und Tor für ein De-facto-Monopol, das bis heute besteht.

Passagiere als Geiseln im Jahr 2025

Heute, mitten im Streik, sind die Folgen spürbar. Endlose Warteschlangen in San Telmo, Maspalomas und am Flughafen, gestrandete Touristen ohne Transportmöglichkeiten, Einwohner gefangen zwischen Wartezeiten und überhöhten Preisen. Gran Canaria erlebt dasselbe Paradoxon, auf das die Wettbewerbsbehörde vor 25 Jahren hinwies: einen geschlossenen Markt, der einem einzigen Unternehmen unterworfen ist, während die Behörden wegschauen. Der in diesem Bericht angeführte Vergleich mit den Balearen ist nach wie vor gültig: Dort wie auf den Kanarischen Inseln verhindert die Insellage, dass Unternehmen verschiedener Inseln miteinander konkurrieren. Der Fehler der Wettbewerbsbehörde bestand darin, einen einheitlichen regionalen Markt schaffen zu wollen, obwohl die Geographie eine andere Realität vorgab. Der aktuelle Streik ist nur die Spitze des Eisbergs. Gran Canaria hat 25 Jahre lang ignorierte Warnungen, widersprüchliche politische Entscheidungen und die absolute Abhängigkeit von einem einzigen Betreiber ertragen. Unterdessen bleiben die Passagiere – Einwohner und Touristen – die großen Geiseln des Personenverkehrs.

 

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