Die Debatte um die Einheit des kanarischen Nationalismus wird nicht mehr nur in den Büros Teneriffas oder im Rahmen von Inselbündnissen ausgetragen. Der Süden Gran Canarias, das touristische Zentrum des Archipels, ist zum Epizentrum der zukünftigen Wahlstrategie geworden, die die Coalición Canaria (CC) und Primero Canarias – die Marke derjenigen von Nueva Canarias – für 2027 formulieren wollen. Und zwei prominente Namen tauchen auf dieser Bühne auf: Alejandro Marichal in San Bartolomé de Tirajana und Samuel Henríquez im Inselrat von Gran Canaria, so die Theorie hinter der CC auf Teneriffa.
Die am Dienstag von Francisco Linares, Generalsekretär des CC auf Teneriffa, geäußerte Bereitschaft, eine wichtige Allianz mit Primero Canarias zu schmieden, spiegelt die Realität im Süden wider. Dort sind Marichal (Tourismusrat von San Bartolomé de Tirajana) und Henríquez (ehemaliger stellvertretender Bürgermeister und Tourismusrat von Tirajana) für die Verwaltung der einflussreichsten Reiseziele der Kanarischen Inseln zuständig: Maspalomas, Playa del Inglés und Meloneras. Ihr Einfluss reicht über die kommunale Ebene hinaus, denn sie repräsentieren den Nationalismus in dem Gebiet, das den größten Beitrag zum Tourismus-BIP des Archipels leistet.
Für die Strategen von CC und Primero Canarias ist der Süden Gran Canarias mehr als nur ein Wahlzentrum: Er ist ein Symbol für Macht und Stabilität. San Bartolomé de Tirajana und Mogán bündeln nicht nur Touristenbetten und Arbeitsplätze, sie markieren auch den politischen Puls der Insel. Daher gelten sowohl Marichal als auch Henríquez als geborene Anführer einer zukünftigen Einheitsfront.
Linares selbst hat anerkannt, dass eine „gute Bereitschaft“ besteht, auf ein einheitliches Projekt hinzuarbeiten, im Einklang mit der Entstehung von Primero Canarias unter der Leitung von Teodoro Sosa aus Gáldar. Diese Harmonie findet jedoch ihr greifbarstes Labor im Süden: ein Raum, in dem CC und NC gelernt haben, im Bereich des täglichen Tourismusmanagements zu koexistieren und zu verhandeln.
Sollte diese „große Allianz“ zustande kommen, würde der kanarische Nationalismus 2027 geschlossen an die Wahlurnen gehen, mit dem Süden Gran Canarias als sichtbarstem Aushängeschild. Sowohl in Maspalomas als auch in Mogán sehen die Wähler Marichal und Henríquez als Vertreter eines pragmatischen Nationalismus, der sich für den Tourismus, die wirtschaftliche Diversifizierung und die kommunale Autonomie gegenüber zentralisierten Entscheidungen einsetzt.
In einer Zeit, in der die Kanarischen Inseln nach mehr politischem Zusammenhalt und Verhandlungsmacht gegenüber Madrid und Brüssel streben, ist die Gleichung klar: Ohne den Süden Gran Canarias kann es keine echte nationalistische Einheit geben. Und genau diese Karte haben Alejandro Marichal und Samuel Henríquez bereits ausgespielt.











