Mittwoch, 15. April 2026
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Turcón rebelliert gegen Italiens „Energiekolonisierung“ von Endesa: der Konflikt zwischen Photovoltaik und landwirtschaftlichen Flächen

Turcón rebelliert gegen Italiens „Energiekolonisierung“ von Endesa: der Konflikt zwischen Photovoltaik und landwirtschaftlichen Flächen

YURENA VEGA - M24H Mittwoch, 10

Die Energiewende sorgt auf Gran Canaria erneut für Kontroversen. Das neue Photovoltaik-Megaprojekt „Aguadulce“ des italienischen Unternehmens Enel Green Power – einer Tochtergesellschaft von Endesa Canarias und zu fast 50 Prozent im Besitz des arabischen Fonds Masdar – soll mehr als 120.000 Quadratmeter landwirtschaftlich genutzte Fläche in Jerez (Telde) besetzen. Das Projekt, das 18.000 Solarmodule, elf Container für Lithiumbatterien und eine 11 Kilometer lange Stromleitung umfasst, wurde von Turcón (Ecologistas en Acción) als ein Fall von „Energiekolonisierung“ bezeichnet, der die landwirtschaftliche und soziale Zukunft der Gemeinde bedroht.

 

Ein von außen aufgezwungenes Modell

 

Die Operation ist durch eine Erklärung zur öffentlichen Zweckmäßigkeit gedeckt, die die Enteignung von Land von Einzelpersonen, dem Stadtrat und dem Cabildo selbst ermöglichen würde. Für Turcón spiegelt die Strategie ein „spekulatives und zentralisiertes“ Modell wider, das den Profiten multinationaler Konzerne Vorrang vor der nachhaltigen Entwicklung des Gebiets einräumt.

„Was einst fruchtbares Land für den Export war, ist heute zu einem Energiezentrum geworden, das der Realität der Insel fremd ist“, sagen Umweltschützer und kritisieren den Mangel an vorgeschlagenen Alternativen, wie etwa die Installation erneuerbarer Energien auf Dächern, in Industriehallen oder auf degradiertem Land in der Nähe von Verbrauchsstandorten.

 

Territoriale und soziale Auswirkungen

 

Die Gruppe warnt, dass der Bau des Kraftwerks zum unwiederbringlichen Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen mit hohem ökologischen Wert führen werde: Kohlenstoffsenken, Wasserfilterflächen und traditionelle Weideflächen. Darüber hinaus warnen sie vor „schweren sozialen Konflikten“ infolge der Zwangsenteignungen, von denen Dutzende Familien und Kleinbauern betroffen sein werden.

Der Bau der neuen Stromleitung nach Lomo Bristol verleiht der Landschaft eine weitere künstliche Ebene, verändert die Landnutzung und führt zu Konflikten mit der aktuellen Planung.

 

Endesa schweigt

 

Das Projekt ist Teil der Initiative von Enel Green Power im Bereich erneuerbare Energien, nachdem das Unternehmen im Jahr 49,99 817 Prozent seiner Solarsparte in Spanien für 2024 Millionen Euro an Masdar verkauft hat. Auf den Kanarischen Inseln besteht die Strategie darin, trotz sozialer und ökologischer Kritik große Anlagen auf ländlichem Gebiet zu errichten.

 

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