Freitag, 13. März 2026
Maspalomas24h
Die lautlose Invasion: Die afrikanische Schabe erobert den Süden Gran Canarias

Die lautlose Invasion: Die afrikanische Schabe erobert den Süden Gran Canarias

YURENA VEGA - M24H Montag, 01. September 2025

Der Berufsverband der Biologen der Kanarischen Inseln warnt vor einer Zunahme der Kakerlakenpopulation aufgrund der steigenden Sommertemperaturen, die typischerweise ab September auftreten. Im warmen Süden Gran Canarias, wo Tourismus und lokales Leben eng miteinander verflochten sind, macht sich eine beunruhigende Präsenz bemerkbar: Periplaneta africana, bekannt als Afrikanische Schabe. Dieses im tropischen Afrika beheimatete Insekt hat auf den Inseln, insbesondere in städtischen und touristischen Gebieten, einen günstigen Lebensraum gefunden.

 

Im Süden Gran Canarias, zwischen städtischen Gebieten und vom Menschen adaptierten Naturräumen, hat eine mittelgroße bis große Schabenart die Aufmerksamkeit von Experten und Anwohnern erregt. Sie erreicht eine Länge von bis zu 4 cm und ihre rotbraune Farbe mit gelblichen Reflexen an den Rändern des Halsschildes und der Flügel unterscheidet sie von anderen Arten wie Periplaneta australasiae. Männchen zeichnen sich durch ihre größere Größe und längere Abdominalcerci aus, die 18 oder 19 Segmente umfassen, im Vergleich zu 13 oder 14 bei Weibchen.

 

Dieses Insekt ist gesellig und bildet Gruppen von bis zu Tausenden. Es ist nachtaktiv und lichtscheu, meidet direktes Licht und bewegt sich nachts heimlich. Seine Fähigkeit, gelenkte Langstreckenflüge durchzuführen, ermöglicht es ihm, neue Gebiete schnell zu besiedeln, was es zu einer äußerst anpassungsfähigen Art macht.

 

Die Art durchläuft drei Lebensstadien: Ei, Nymphe und erwachsenes Tier. Vom Schlüpfen bis zum Tod aufgrund von Altersschwäche vergehen etwa 1000 Tage, also etwas mehr als zweieinhalb Jahre. Das Weibchen kann in seiner fruchtbarsten Phase bis zu zwei Ootheken pro Woche produzieren, im Durchschnitt jedoch eine pro Monat. Diese legt es in der Nähe von Nahrungsquellen ab, ohne auf äußere Feuchtigkeit angewiesen zu sein. Das Nymphenstadium umfasst sechs bis vierzehn Häutungen, bevor das erwachsene Tier erreicht wird.

 

Langlebigkeit, effiziente Fortpflanzung und Geselligkeit machen diese Kakerlake zu einem widerstandsfähigen und diskreten Bewohner, der in den unterschiedlichsten Umgebungen überleben und gedeihen kann. Ihre Präsenz, obwohl oft unsichtbar, spiegelt die komplexe Wechselwirkung zwischen städtischen Ökosystemen und der damit verbundenen Artenvielfalt wider.

 

Mit einer Länge von bis zu 5 Zentimetern ist die Periplaneta eine der größten Schabenarten der Welt. Ihre Flugfähigkeit und ihre Vorliebe für warme, feuchte Umgebungen haben sie in vielen Regionen zu einem hartnäckigen Schädling gemacht. In Spanien hat sie sich stark ausgebreitet und ist in 88 % der Provinzen, darunter Ceuta und Melilla, präsent.

 

Im Süden Gran Canarias ist die Situation nicht anders. Hohe Temperaturen und relative Luftfeuchtigkeit begünstigen ihre Vermehrung und Verbreitung. Abwasserkanäle, Keller und schwer zugängliche Räume sind zu idealen Rückzugsorten für diese Kakerlaken geworden, die sich von organischen Abfällen und verrottenden Materialien ernähren.

 

Neben seiner physischen Präsenz stellt Periplaneta auch eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Es wurde nachgewiesen, dass es mindestens 22 Arten von Bakterien, Viren, Pilzen und Protozoen überträgt, die für den Menschen pathogen sind. Außerdem wurden fünf Helminthenarten aus wilden amerikanischen Schaben isoliert.

 

Die Ausbreitung dieses Schädlings beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Image des Reiseziels. Hotels, Restaurants und Privathaushalte haben ihre Bemühungen zur Kontrolle und Ausrottung dieser Kakerlaken intensiviert. Traditionelle Methoden reichen jedoch oft nicht aus. 

 

Es ist ein umfassender Ansatz erforderlich, der vorbeugende Maßnahmen, wie die Beseitigung von Nahrungs- und Wasserquellen, mit geeigneten professionellen Behandlungen kombiniert.

 

Es ist wichtig, dass sich sowohl Einwohner als auch Touristen der Situation bewusst sind und bei der Aufrechterhaltung von Hygiene und Ordnung in ihrer Umgebung zusammenarbeiten. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir die Auswirkungen von Periplaneta mildern und die Lebensqualität im Süden Gran Canarias erhalten.

Mit Ihrem registrierten Konto

Schreiben Sie Ihre E-Mail und wir senden Ihnen einen Link, um ein neues Passwort zu schreiben.