Freitag, 13. März 2026
Maspalomas24h
Investoren fordern Pablo Llinares auf, Gran Canaria über die traditionellen Märkte hinaus zu führen.

Investoren fordern Pablo Llinares auf, Gran Canaria über die traditionellen Märkte hinaus zu führen.

YURENA VEGA - M24H Dienstag, 26

Der Tourismus im Süden Gran Canarias steht an einem Wendepunkt. Nach Rekordumsätzen, die aufgrund gewisser Risiken fragwürdig sind, warnen die wichtigsten Investoren des Tourismussektors im Süden der Insel, die befragt wurden, vor einer übermäßigen Abhängigkeit von Deutschland und Großbritannien, die die Insel nicht länger ignorieren könne. Im Mittelpunkt der Debatte steht der Name von Pablo Llinares, dem Geschäftsführer des Tourismusverbandes von Gran Canaria. Er soll zu der visionären Rolle zurückkehren, die er einst bei der Öffnung des russischen Marktes unter Beweis stellte.

 

Die Kritik ist kein persönlicher Angriff, sondern vielmehr ein Weckruf: Gran Canaria kann sich nicht mit der Trägheit traditioneller Märkte abfinden. In einer Zeit intensiven internationalen Wettbewerbs, in der die Türkei, Ägypten und Griechenland aggressive Angebote unterbreiten, riskiert die Insel, an Bedeutung zu verlieren, wenn sie ihre touristische Nachfrage nicht diversifiziert.

 

In der Tourismusbranche im Süden Gran Canarias erinnert man sich noch daran, wie Llinares vor über einem Jahrzehnt als einer der ersten in die Anbindung an Moskau und St. Petersburg investierte. Diese Strategie brachte die Insel auf den Radar eines aufstrebenden Marktes, der damals zweistellig wuchs. Das Projekt wurde durch die Russlandkrise 2014 und den darauffolgenden Krieg in der Ukraine unterbrochen, doch die Schlussfolgerung ist klar: Durch das Eingehen von Risiken konnte Gran Canaria sein Kundenportfolio diversifizieren. 2015 kam es zu einem Wechsel in der Inselführung, und die Strategie wurde Berichten zufolge aufgrund der Krise des Arabischen Frühlings, die die Insel als sicheres Reiseziel positionierte, konservativer.

 

Heute, zehn Jahre später, kritisieren Hotelinvestoren und Reiseveranstalter den Tourismusverband Gran Canarias, weil er der Versuchung erlegen sei, den einfachen Weg zu gehen: Bewährtes zu stärken, ohne neue Horizonte zu erkunden. „Die Briten werden nie wieder zu dem, was sie waren; die Deutschen stagnieren, und wir können nicht vom statistischen Aufschwung leben“, erklärt ein Geschäftsmann aus dem Süden der Insel.

 

Die Botschaft ist eindeutig: Gran Canaria braucht einen Fahrplan für die nächsten zehn Jahre. Zu den Vorschlägen der Investoren gehören drei strategische Säulen: die Anziehung chinesischer Touristen mit Wohnsitz in der EU, die hohe Ausgaben und eine hohe Kundentreue aufweisen, sowie Kanada und die Golfregion.

 

„Llinares verfügt über Erfahrung, Kompetenz und Glaubwürdigkeit in der Branche. Was ihm fehlt, ist, erneut die Rolle des Pioniers einzunehmen und es zu wagen, eine disruptive Strategie zu verfolgen“, behauptet ein anderer Investor mit Sitz in Maspalomas.

 

Der russische Markt war ein Experiment, das letztlich durch externe Faktoren gestoppt wurde. Doch es machte einen Unterschied: Es zeigte, dass Gran Canaria in der internationalen Liga auf hohem Niveau spielen konnte. Nun fordern Wirtschaftsführer und Investoren Llinares auf, diese Zukunftsvision wieder ans Licht zu bringen.

 

„Die Zeit der einfachen Zahlen ist vorbei. Jetzt brauchen wir Mut“, schlussfolgert ein Branchenveteran.

 

Chinesische Touristen mit Wohnsitz in der EU

 

Chinesische Touristen werden im Jahr 2025 laut einem Visa-Bericht durchschnittlich 3.150 Euro für eine Spanienreise ausgeben. Gran Canaria mit seinem Luxus- und Naturangebot könnte dieses Reiseprofil ansprechen, insbesondere diejenigen in Europa, die exklusive Reiseziele suchen. 

 

Kanadischer Tourismus

 

Im Jahr 2024 besuchten 643.711 kanadische Touristen Spanien und gaben insgesamt 1.250 Milliarden Euro aus. Das entspricht durchschnittlichen Ausgaben pro Tourist von 1.926 Euro und einem durchschnittlichen Aufenthalt von sechs Nächten. Gran Canaria kann sich für dieses Profil als attraktives Reiseziel positionieren und einzigartige und hochwertige Erlebnisse bieten. 

 

Märkte am Persischen Golf

 

Spanien hat ein Rekordjahr für den Tourismus in der Region des Golf-Kooperationsrates (GCC) erlebt, mit einem Anstieg der Ankünfte und einer Steigerung der Ausgaben um 64,7 % im Vergleich zu 2022. Gran Canaria kann mit seinem Luxusangebot und seinen exklusiven Dienstleistungen von diesem Trend profitieren, um Touristen aus dieser Region anzuziehen. 

 

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