Freitag, 13. März 2026
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Gran Canaria: Papprekord, die Briten auf der Flucht und eine nordische Messeerholung

Gran Canaria: Papprekord, die Briten auf der Flucht und eine nordische Messeerholung

GARA HERNÁNDEZ - M24H Dienstag, 26

Gran Canaria präsentiert sich weltweit als unschlagbares Reiseziel: 1.179 Milliarden Euro Umsatz im zweiten Quartal 2025, 12,6 Prozent mehr als 2024. Das Tourismusamt des Inselrats wirbt mit dieser Zahl, als sei sie der endgültige Beweis für den Erfolg seines strategischen Plans. Doch ungeschminkt betrachtet, ist das Bild nicht das eines soliden Modells: Es ist das eines Riesen auf tönernen Füßen.

 

Großbritannien, der Markt, der die Tourismusindustrie der Insel am Laufen hält, verzeichnete einen Rückgang der Gesamtausgaben um 0,59 Prozent. Das mag anekdotisch klingen, ist aber ein klares Zeichen: Britische Kunden, die das Geschäft stets am Leben erhalten haben, geben weniger aus. Und das genau zu einem Zeitpunkt, an dem London und Manchester Turbulenzen im Flugverkehr erleben. Sollte diese Nabelschnur reißen, würde das Schloss der Rekordzahlen über Nacht zusammenbrechen.

 

Und was unternimmt der Rat, um die Lücke zu schließen? Er verkauft den Anstieg der nordischen Länder um 78,91 % als „großartige Nachricht“. Das Problem ist, dass diese Zahl eine reine Fata Morgana ist: Im Jahr 2024 befanden sich die nordischen Länder in einer Flaute, und jetzt sind sie einfach wieder auf Normalniveau zurückgekehrt. Der statistische Aufschwung wird in der Politik zur „großen Erholung“. Es ist, als würde man jemandem applaudieren, der zu Boden gefallen ist und es schafft, wieder aufzustehen: Normalisierung ist keine Verbesserung.

 

Deutschland verzeichnete unterdessen ein Plus von 11,1 Prozent und der Inlandsmarkt von 15,4 Prozent. Gut, aber irrelevant: Keiner von beiden gleicht den Verlust des britischen Partners aus. Und im Transportbereich sind die Daten noch verheerender: Großbritannien, Deutschland und die Niederlande verzeichnen allesamt Rückgänge. Das deutet auf eine Zukunft mit weniger verfügbaren Sitzplätzen und einer stärkeren Abhängigkeit von der nordischen Situation hin, deren Wert wir bereits kennen.

 

Die offizielle Darstellung spricht von „Diversifizierung“, „nicht-touristischen Gemeinden“ und „kaufkräftigen Kunden“. Die Realität sieht anders aus: Das Geld konzentriert sich in denselben Hotels, denselben Ketten und denselben Reiseveranstaltern, während die ansässige Bevölkerung die in den Pressemitteilungen angekündigten Millionenbeträge kaum wahrnimmt.

 

Das Ergebnis ist ein Rekordquartal, das in Wirklichkeit eine gefährliche Illusion ist: Der wichtige Kunde geht verloren, die Erholung derjenigen, die einfach verschwunden waren, wird übertrieben, und das Mantra eines Tourismusmodells, das immer weniger Sicherheiten voraussetzt, wird wiederholt. Gran Canaria konsolidiert seine Tourismusbranche nicht, sondern verschleiert sie.

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