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Amurga, das verlorene Heiligtum der Guanche-Tradition im Süden Gran Canarias

Amurga, das verlorene Heiligtum der Guanche-Tradition im Süden Gran Canarias

YURENA VEGA - M24H Sonntag, 24. August 2025

Die Suche nach den Festungen und heiligen Stätten der alten Kanaren auf Gran Canaria ist ein Rätsel, das von fehlerhaften Transkriptionen und widersprüchlichen historischen Quellen umhüllt ist. Obwohl sich antike Chronisten und moderne Historiker über die Existenz von zwei, und nur zwei Hauptheiligtümern einig sind, ist deren genaue Lage weiterhin umstritten. Während die Tradition auf Tirma und Tirajana verweist, haben die komplexe Geographie und eurozentrische Chroniken des 15. Jahrhunderts die Wahrheit verschleiert und eine Lücke hinterlassen, die Archäologie und Linguistik zu füllen versuchen.

Historisch betrachtet wurde angenommen, dass die Hauptheiligtümer Tirma und Tirajana waren, eine Doppeldeutigkeit, die durch unabhängige Quellen bestätigt wurde. Der Text der Chronik von Palencia, in der Tirma und Tirajana erwähnt werden, sowie der Text späterer Historiker wie Abreu Galindo und Marín de Cubas, die von Tirma und Umiaga sprechen, erschweren jedoch die heilige Karte. Darüber hinaus scheint der Name Amagro ein Transkriptionsfehler oder eine Interpolation zu sein, was eine dritte Möglichkeit ausschließt.

Diese von Konquistadoren und religiösen Persönlichkeiten mit fundamentalistischer Vision verfassten Texte verstümmeln nicht nur die Realität der alten Kanaren, sondern ignorieren Experten zufolge auch entscheidende Aspekte wie das Asylrecht für Menschen und Vieh in diesen heiligen Gebieten. Darüber hinaus beschränkt sich die Beschreibung der Gegend um Tirajana in den Chroniken nicht auf die Caldera, sondern umfasst vor allem die Küstenregion und das Amurga-Massiv, ein Gebiet, das nach Ahmed Sabirs Theorie mit dem Begriff Almogaren in Verbindung gebracht werden könnte, einem mit dem Heiligen assoziierten Ort.

Die Verwirrung erstreckt sich sogar auf die Kartographie. Eine frühe Karte von Abraham Cresques aus dem Jahr 1375 zeigt zwei Berge im Süden und Südwesten der Insel, die nach Ansicht einiger Forscher die beiden heiligen Heiligtümer sein könnten. Ihre Lage stimmt jedoch nicht mit der Tirma überein, die wir heute kennen. Dies führt zu einer neuen Hypothese: Das authentische Tirma der Kanaren könnte der Berg Tauro sein, eine Tatsache, die das Verständnis ihrer heiligen Geographie verändern könnte.

Andererseits haben Untersuchungen der Überreste und der lokalen Topographie zu der Annahme geführt, dass der Berg Las Tabaibas, bei den Hirten „der Berg“ genannt, das wahre Heiligtum von Tirajana war. Diese Hypothese, die durch archäologische Forschungen bestätigt werden muss, basiert auf dem Vergleich historischer Beschreibungen mit den physischen Merkmalen des Ortes. Das uns überlieferte Wissen über dieses nach der Eroberung stark akkulturierte Volk umfasst nur einen kurzen Zeitraum, weshalb jede neue Entdeckung entscheidend für die Rekonstruktion der Geschichte eines Volkes ist, dessen Stimme und Sprache für immer verloren gingen.

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