Das Foto in Fataga wurde 1926 aufgenommen und sagt alles. Damals präsentierte sich Fataga, zwischen den steilen Hängen und Palmenhainen, die die Schlucht umgeben, noch als friedliche Ecke im Süden Gran Canarias. Es war das Jahr, in dem das Amtsblatt vom Juni 1926 „wegen mangelnder Bewerber“ anordnete, dass „José Guardiola Peñuelas aus Fataga-San Bartolomé de Tirajana (Kanarische Inseln)“ die Leitung der Schule übernehmen sollte. Wir wissen nicht, was er in der damaligen Armut mit der Bildung anstellen konnte, da es, abgesehen von einigen wenigen europäischen Reisenden, noch keinen Tourismus gab. Doch die Steine, Bewässerungsgräben und Wege bergen die Erinnerung an Jahrhunderte, in denen die Geschichte der Insel tiefe Spuren hinterlassen hat. Vor der Ankunft der Europäer war dieses Land von kanarischen Gemeinschaften bewohnt, die hier eine ideale Enklave fanden: ständiges Wasser, fruchtbare Ebenen und Schutz in den Schluchten der Schlucht. Die landwirtschaftlichen Terrassen und die Überreste antiker Siedlungen erzählen noch heute die Geschichte dieser Besiedlung, die mit dem Getreideanbau und einem Straßennetz verbunden war, das die Gipfel mit der Küste verband.
Im 15. Jahrhundert, nachdem Gran Canaria der Krone von Kastilien einverleibt worden war, wurde Fataga – in frühen Dokumenten damals noch Adfataga genannt – in das Netz der Schrebergärten und Encomiendas integriert. Die neuen Siedler führten mediterrane Nutzpflanzen und Vorschriften ein, die die Dynamik der Gemeinde veränderten und gleichzeitig die Wege nach Tunte und an die Südhänge festigten.
In den letzten Jahrhunderten war Fataga ein obligatorischer Zwischenstopp für Maultiertreiber und Reisende zwischen dem Mittelland und der Küste. Rund um die Kirche und die Terrassenfelder entstand volkstümliche Architektur mit weiß getünchten Wänden und Ziegeldächern, während Palmenhaine die Wege beschatteten. Die Wirtschaft basierte auf einem Gleichgewicht zwischen Subsistenzwirtschaft, kleinen landwirtschaftlichen Überschüssen und Wasserverbrauch, der von den örtlichen Landgütern geregelt wurde.
Ab dem späten 19. Jahrhundert und insbesondere im 20. Jahrhundert erregte das Dorf die Aufmerksamkeit von Reisenden, Ethnographen und Fotografen. Seine Einbindung in touristische Routen verwandelte es in das „Dorf der tausend Palmen“, ohne jemals seinen landwirtschaftlichen Puls vollständig zu verlieren. Heute ist sein Erbe – materiell und immateriell – ein lebendiges Zeugnis dafür, wie sich eine Gemeinschaft an die Veränderungen der Geschichte angepasst hat, ohne die Verbindung zu ihren Vorfahren zu verlieren.











