Mittwoch, 15. April 2026
Maspalomas24h
Süddeutsche Wirtschaftsführer fordern die Verlegung des gesamten Tourismusverbandes nach Playa del Inglés.

Süddeutsche Wirtschaftsführer fordern die Verlegung des gesamten Tourismusverbandes nach Playa del Inglés.

YV MASPALOMAS24H Freitag, 25. Juli 2025

Eine große Mehrheit der in Deutschland ansässigen Unternehmer im Süden Gran Canarias fordert von den Gemeinden, in denen sie Steuern gezahlt, investiert und seit Jahren gelebt haben, mehr institutionelle Rücksichtnahme. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Beratungsunternehmens Insula Datatlantic Consulting unter deutschsprachigen Bürgern mit ständigem Wohnsitz oder Geschäftsinteressen in Gemeinden wie San Bartolomé de Tirajana und Mogán.

Die Umfrage zeigt, dass 86 Prozent der Befragten sich „ebenso kanarisch wie deutsch“ fühlen und einen reibungsloseren Umgang mit den lokalen Institutionen fordern. Sie fordern, dass die offizielle kommunale Kommunikation zugänglicher wird – auf Deutsch oder zumindest mit garantierter Übersetzung – und dass die Gemeinderäte spezielle Kanäle für diese Gruppe schaffen, „was für die Stärkung der lokalen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist“.

Eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie ist die Wahrnehmung, insbesondere unter deutschen Unternehmern und Selbstständigen, dass der Sitz des Tourismusverbandes von Gran Canaria in Playa del Inglés, dem Zentrum des Tourismusmodells, das die Insel finanziert, ein institutioneller Anachronismus sei. Zudem sei die industrielle Dienstleistungsbranche der kanarischen Regierung dauerhaft im Süden der Insel konzentriert.

Darüber hinaus begrüßen 78 Prozent der Befragten das Ende der ihrer Meinung nach ständigen Einmischung Las Palmas in die Angelegenheiten des Südens, insbesondere in die Stadtplanung und den Tourismus. Sie fordern mehr lokale Autonomie und eine Überprüfung des institutionellen Gleichgewichts der Insel.

Bemerkenswert ist auch, dass im Gegensatz zu anderen ausländischen Gemeinschaften 69 Prozent der befragten Deutschen die kanarischen nationalistischen Parteien unterstützen, während nur 21 Prozent Optionen bevorzugen, die mit den traditionellen Kräften des spanischen Staates verbunden sind. Sie argumentieren, dass erstere „die Interessen der Region besser verteidigen“ und sich nicht wie die Ampelkoalition in Deutschland nationalen oder europäischen Agenden untergeordnet sehen.

 

41 Prozent der Befragten geben an, sich nicht vor regulatorischen Schwankungen, widersprüchlichen städtebaulichen Auslegungen und langwierigen Gerichtsverfahren geschützt zu fühlen. Diese Besorgnis verstärkt sich bei Eigentümern von Ferienanlagen und Ferienhäusern, die einen systemischen Mangel an Schutz wahrnehmen, der das Vertrauen der Investoren untergräbt.

Die Umfrage zeigt auch die langsame und undurchsichtige Verwaltung auf: 35 % nennen bürokratische Verzögerungen bei der Erteilung von Bau- und Sanierungsgenehmigungen sowie die mangelnde Transparenz kommunaler Verfahren, insbesondere in Bereichen wie der Auftragsvergabe, als Haupthindernis. Hinzu kommt die Verschlechterung des öffentlichen Raums – von 32 % genannt – mit wiederholten Beispielen aus Playa del Inglés, Sonnenland und Teilen Puerto Ricos, beispielsweise aus Mogán, wo kaputte Gehwege, vernachlässigte Gärten, schlechte Beleuchtung und angesammelter Schmutz genannt werden. Der Mangel an effektiven Beteiligungsmöglichkeiten, das Gefühl der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem veränderten Tourismusmodell und die steigenden, aber unklaren kommunalen Steuern vervollständigen die Liste der Probleme, die eine spezifische und nachhaltige Reaktion der lokalen Verwaltungen erfordern.

 

81 % der Befragten sind zufrieden mit dem Umgang der Stadtverwaltung von San Bartolomé de Tirajana mit der Situation der Ferienhäuser, die viele von ihnen besitzen oder verwalten. Sie loben die Suche nach einem „vernünftigen Gleichgewicht zwischen touristischen Aktivitäten und nachbarschaftlichem Zusammenleben“. Die Umfrage, die zwischen dem 1. und 5. Juli 2025 durchgeführt wurde, umfasste eine repräsentative Stichprobe von 800 deutschen Einwohnern oder Investoren mit mehr als drei Jahren Bindung an den Süden Gran Canarias.

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