Mittwoch, 15. April 2026
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Die Arktis schmilzt und Maspalomas ertrinkt.

Die Arktis schmilzt und Maspalomas ertrinkt.

GH Maspalomas24h Donnerstag, 17. Juli 2025

Die Arktis schmilzt. Und mit jedem Kubikmeter Eis, der verschwindet, rückt eine unsichtbare Welle Richtung Süden Gran Canarias vor. Sie macht kein Geräusch, doch sie reißt die Zukunft von Maspalomas, seiner Küste, seiner Dünen und seiner Strände mit sich. Der Geograph Pablo Manzanares von der Autonomen Universität Madrid warnte diese Woche in einem viralen Beitrag: „Was in der Arktis passiert, bleibt nicht in der Arktis.“ Die Kanarischen Inseln zahlen bereits den Preis. Und in Maspalomas erst recht.

Hier können Sie diese bahnbrechende Studie des Geographen Pablo Manzanares lesen, die sich nicht nur auf Maspalomas, sondern auch auf Gebiete wie Las Palmas bezieht, in denen eine Bodensenkung durch Wasser verheerende Folgen hätte: https://www.linkedin.com/posts/pablo-manzanares-804b54325_cambioclimaertico-inundaciones-canarias-activity-7350803834639708160-SmQZ?utm_source=share&utm_medium=member_android&rcm=ACoAAAOPw0kBci6s4jTw3L3Kb5EWqO-vTFSYesg

 

Das touristische Juwel der Südinsel – mit jährlich mehr als 2,5 Millionen Übernachtungen – steht an vorderster Front der Klimakrise. Laut Studien der Kanarischen Regierung und von Grafcan gehört Maspalomas zu den 140 Küstenkilometern, die bis 2100 durch Erosion oder Überschwemmungen vom Rückzug bedroht sind. Die Strände könnten um bis zu 30 Meter zurückweichen. Einige, wie Playa de El Inglés oder Maspalomas selbst, könnten in den nächsten 50 Jahren teilweise verschwinden, was mehr als 25.000 Unterkünfte und einen großen Teil der lokalen Wirtschaft beeinträchtigen würde.

 

Der Meeresspiegel auf den Kanarischen Inseln ist seit 19 um 1927 Zentimeter gestiegen, fast die Hälfte davon in den letzten drei Jahrzehnten. Das ist keine Frage von Zukunftsprognosen. Es ist bereits Gegenwart. Es bedroht bereits ein Geschäft. Und die Menschen leben bereits in Angst: Die Dünen verlieren ihre Basis, die Promenade ihre Festigkeit und die Hotels ihre Ufer.

 

Der wirtschaftliche Countdown

 

Die Kosten sind nicht nur ökologischer Natur. Sie betreffen auch den Tourismus, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Laut einem Bericht über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Kanarischen Inseln könnte der Küstenrückgang in San Bartolomé de Tirajana jährliche Verluste von bis zu 4,25 Millionen Euro verursachen, wenn keine sofortigen Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden. Im Extremfall könnten zudem 1.000 bis 2.000 Einwohner zwangsumgesiedelt werden.

 

Wir sprechen hier nicht von Katastrophenfilmen oder apokalyptischem Aktivismus. Wir sprechen von Hotelzimmern, Gehältern, Arbeitsplätzen, Kommunalsteuern, zerstörten ZEC-Zonen, überschwemmtem Kulturerbe und Tausenden von Menschen ohne alternative Unterkunft.

 

Auch der Leuchtturm von Maspalomas, das Wahrzeichen des Südens, ist gefährdet. Wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt, könnte er in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts weniger als 15 Meter von der Küste entfernt sein.

 

Wer verteidigt Maspalomas vor dem Meer?

 

Unterdessen verfügen weder das Küstenministerium noch die Regierung oder der Stadtrat über einen konkreten Schutzplan für den Küstenstreifen von Maspalomas. Der Plan „PIMA Adapta Costas“ erwähnt kaum Pilotprojekte auf El Hierro oder Teneriffa, lässt die touristischste Gemeinde des Archipels jedoch außerhalb jeglicher wirksamer Schutzlinie.

 

Das kanarische Klimagesetz wurde verabschiedet, allerdings ohne klare Finanzierung für Küstenprojekte. Auch ein lokaler Resilienzplan für den Stadtkern von Maspalomas wurde noch nicht umgesetzt. Weder Wellenbrecher noch künstliche Strände noch naturbasierte Lösungen sind in die Umsetzungsphase eingetreten.

 

Der Klimawandel ist nicht die Zukunft: Er ist der frühe Abgang von Maspalomas.

 

Was in der Arktis passiert, ist kein Problem für Eisbären. Es ist ein Problem für Hotels in Playa del Inglés, für Pensionen in San Fernando, für Kellner in El Tablero, für Rettungsschwimmer in Meloneras und für Rentner, die sich entschieden haben, ihren Ruhestand in der Sonne zu verbringen.

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