Mittwoch, 15. April 2026
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Die Kontrolle über den Hotelkomplex Santana Cazorla im Süden Gran Canarias wird verstärkt.
Santiago Santana Cazorla Santiago Santana Cazorla

Die Kontrolle über den Hotelkomplex Santana Cazorla im Süden Gran Canarias wird verstärkt.

GH Maspalomas24h Dienstag, 15. Juli 2025

Der Geschäftsstreit zwischen zwei Giganten der kanarischen Tourismus- und Baubranche – der Lopesan-Gruppe und der Santana Cazorla-Gruppe – hat am Montag vor Gericht ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Handelsgericht Nr. 1 von Las Palmas de Gran Canaria hat die Eröffnung des Insolvenzverfahrens von Mar Abierto SL, einem Unternehmen des Santana Cazorla-Konzerns, gegen Lopesan Touristik abgelehnt.

 

In einem kurzen, aber eindringlichen Urteil stellte das Gericht fest, dass die bloße Bieterrolle beim Erwerb von Vermögenswerten des insolventen Unternehmens kein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 512.3 des Konkursgesetzes darstellt. Damit wird der Versuch der Lopesan-Gruppe, sich in einem Verfahren zu behaupten, in dem sie ein verbindliches Angebot in Höhe von 88,5 Millionen Euro für den Erwerb einer gemeinsamen Produktionseinheit von Hermanos Santana Cazorla und Mar Abierto SL vorgelegt hatte, effektiv gestoppt.

 

Das Gericht stellt außerdem klar, dass der Verkauf der Vermögenswerte per Auktion unter Aufsicht der Insolvenzverwaltung – geführt von der Firma Lener SLP – erfolgt und dass Lopesan in jedem Fall das Ergebnis dieses Verfahrens oder eine eventuelle gerichtliche Genehmigung abwarten muss, bevor ein Direktverkauf erfolgen kann. Mit anderen Worten: Es gibt keine Vorzugsbehandlung.

 

Ein komplizierter Prozess, auf den viele Augen gerichtet sind

 

Das Verfahren gegen Mar Abierto SL, das sich seit Oktober 2021 unter Zwangsverwaltung befindet, umfasst eine lange Liste von Gläubigern, darunter große Namen aus der Finanzwelt und der öffentlichen Verwaltung. Von Sareb, Banca March, Banco Santander und Caixabank bis hin zur Stadtverwaltung von Mogán, der Steuerbehörde und der Sozialversicherung sowie Lieferanten wie Etika Food, Frutas y Verduras Gutiérrez und Isla Marina. Insgesamt sind mehr als ein Dutzend Unternehmen und Einzelpersonen betroffen, deren Kredite auf dem Spiel stehen.

 

Hinzu kommt das notwendige Ausschreibungsverfahren für Hermanos Santana Cazorla, das im März desselben Jahres eröffnet wurde, was jeden geplanten Betrieb, an dem Produktionseinheiten beider Netzwerke beteiligt sind, noch komplexer macht.

 

Lopesan hatte seine Offensive als Rettungsanker für einen Teil der Geschäftstätigkeiten von HSC und Mar Abierto gestartet. Sein Versuch, in einem Rechtsstreit, der zwischen Bilanzen, gerichtlichen Versteigerungen und Spannungen auf höchster Unternehmensebene ausgetragen wird, an Bedeutung zu gewinnen, ist nun gescheitert.

 

Erneuter Kampf im Tourismusverband der Kanarischen Inseln

 

Der Streit geht über die Gerichtssäle hinaus: Er wird auch auf der strategischen Ebene des kanarischen Tourismus ausgetragen, wo jeder Quadratmeter Land, jeder Hotelbetrieb oder jede Verwaltungsgenehmigung den Kurs zweier Gruppen beeinflussen kann, die sich jahrelang Projekte geteilt haben und sich nun gegenseitig Klagen vorwerfen.

 

Lopesan investiert weiterhin stark mit Liquidität, touristischer Stärke und klarem Interesse. Das Handelsgericht zog am Montag jedoch eine klare Linie: Personen ohne berechtigtes Interesse dürfen nicht zum Gericht gehen.

 

Der juristische, wirtschaftliche und geschäftliche Kampf ist noch nicht vorbei. Doch das Spiel wird – vorerst – nicht von allen mitgespielt.

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