Mittwoch, 20. Mai 2026
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Tourismus mit Biss: Der Süden Gran Canarias, eine neue Oase für kinderlose Frauen … aber mit einer Katze.

Tourismus mit Biss: Der Süden Gran Canarias, eine neue Oase für kinderlose Frauen … aber mit einer Katze.

GH MASPALOMAS24H Montag, 05. Mai 2025

Vergessen Sie die typischen Kampagnen „Familienurlaub“ und „kinderfreundliche Hotels“. Der Süden Gran Canarias zieht einen anderen Reisendentyp an: die freie Frau, keine Mutter, selbstbewusst und natürlich mit einer Katze. Frauen, die den Spielplatz gegen Chillen eintauschen, das „Wo ist Papa?“ für das „Wo ist der fruchtige Weißwein?“ und Rucksäcke voller Kekse statt leichter Koffer, mit Büchern, Bikinis und etwas Katzenminze für den Fall, dass Sie aus der Ferne Kontakt mit dem Katzengeist aufnehmen müssen.

 

Dieser neue Tourismus kennt kein Alter, aber er hat eine ganz klare Stimmung: Die Menschen wollen ruhige Orte, Hotels nur für Erwachsene, Spas mit Instrumentalmusik (kein Reggaeton), Brunch mit Bio-Avocado und vor allem Zeit für sich selbst. Sie sind unersättliche Leser, reisen allein oder in Gruppen, viele arbeiten von zu Hause aus und fast alle haben eine WhatsApp-Gruppe mit Katzen-Memes und Sätzen wie „Meine Katze ist mein emotionaler Chef“.

 

Im Gegensatz zum Aufstieg des haustierfreundlichen Tourismus und dem Kult der Katze als Symbol der Unabhängigkeit und Zuneigung besteht im Süden Gran Canarias weiterhin eine unbequeme Realität: die systematische Keulung von Katzen in Touristengebieten. Während die Besucher eine sorgfältig gepflegte Umgebung ohne „visuelle Störungen“ genießen, werden Katzenkolonien, die in vielen Fällen jahrelang ruhig mit menschlichen Aktivitäten koexistiert haben, ausgelöscht.

 

Der Widerspruch ist brutal: Auf der einen Seite gibt es Hotels, die mit der Ästhetik der „Katzenliebhaber“ flirten, und auf der anderen Seite gefühllose Kampagnen zur Bevölkerungskontrolle ohne vorherige Sterilisationen oder ethische Alternativen. Die Anwesenheit streunender Katzen wird keineswegs mit Mitgefühl behandelt, sondern als Bedrohung für das gepflegte Image des Reiseziels wahrgenommen. Eine Fata Morgana des Paradieses, die im tiefsten Inneren viele Katzen still und leise in einen unsichtbaren Tod zieht.

 

In Maspalomas, Meloneras und San Agustín sind die Spuren dieser katzenartigen Generation digitaler Nomaden bereits deutlich zu erkennen: Lesen am Meer, Yoga-Retreats, bei denen man über Katzen reden darf, als wäre man ein echtes Paar, und Cafés mit WLAN, in denen Katzen nicht erlaubt sind.

 

Einige Unterkünfte haben bereits begonnen, ihr Angebot anzupassen: veganes Frühstück, haustierfreundliche Ecken für alle, die mit ihrer Katze reisen (oder es zumindest versuchen), neutrale Einrichtung mit einem Hauch von Katzenesoterik und vor allem das Gefühl, dass niemand Sie fragen wird, wann Sie planen, Kinder zu bekommen.

 

Denn dieser Tourismus sucht nicht nach Bestätigung, sondern nach Verbundenheit. Mit der Natur, mit dem Meer, mit anderen Frauen, die ihren Familienstand oder ihren „Mutterinstinkt“ nicht rechtfertigen müssen. Hier ersetzt Honigrum Babyflaschen, Sonnenuntergänge ersetzen Hausaufgaben und das Schnurren einer Katze bei einem Videoanruf reicht aus, um Ihnen selbst tausend Meilen entfernt das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein.

 

„Früher hatte ich Angst, alleine zu reisen, jetzt habe ich das Gefühl, Teil von etwas zu sein“, sagt Ana, eine 39-Jährige aus Madrid, die dieses Jahr zum dritten Mal nach Playa del Inglés reist und dabei über ihre Überwachungskamera-App nachsieht, ob ihre Katze den Gourmet-Thunfisch gefressen hat. Man hat uns glauben gemacht, wir müssten eine Familie gründen, um Urlaub zu verdienen. Aber das ist nicht mehr so. Wir bauen auch Häuser, selbst wenn sie nur vier Beine und Schnurrhaare haben.

 

Und genau das ist es, was der Süden Gran Canarias bietet: einen Ort, an dem persönliche Entscheidungen nicht beurteilt werden, an dem Stille geschätzt wird und an dem Sie wissen, dass Ihre Katze auf Sie wartet, auch wenn sie nicht physisch bei Ihnen ist. Ohne zu klagen. Ohne zu weinen. Er schaut einfach von seinem Samtbett auf Sie herab.

 

Der Tourismus hat sich verändert. Und Frauen ohne Kinder – aber mit Katzen – wissen das. Sie wollen ihrem Leben nicht mehr entfliehen, sondern es feiern. Und in diesem Sinne ist der Süden Gran Canarias mehr als nur ein Reiseziel. Es ist ein Manifest.

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