Mittwoch, 13. Mai 2026
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Coca-Cola ist in Maspalomas der größte Konsumartikel und Eigenmarken erobern die Supermärkte.

Coca-Cola ist in Maspalomas der größte Konsumartikel und Eigenmarken erobern die Supermärkte.

GH MASPALOMAS24H Montag, 05. Mai 2025

Maspalomas, die Wirtschaftshauptstadt der Kanarischen Inseln, spiegelt wie kaum ein anderer Ort die Veränderungen der Verbraucherausgaben an Urlaubszielen wider. Mit mehr als 13 Millionen Übernachtungen jährlich und einem stetigen Strom europäischer Besucher ist der Süden Gran Canarias zu einem Maßstab für globale Marken wie Coca-Cola und Pepsi geworden, aber auch für die wachsende Stärke von Eigenmarken in Ketten wie HiperDino, Mercadona, Lidl und Spar.

 

„Kunden aus Nordeuropa kommen tendenziell mit einer anderen Mentalität. Sie vergleichen Preise, schauen auf Etiketten und lassen sich nicht so stark von Marken beeinflussen“, erklärt ein Manager eines HiperDino in Playa del Inglés. Dieser Trend verstärkt sich in den Monaten außerhalb der Saison, wenn die Zahl der vorübergehend dort lebenden Ausländer überwiegt und diese sich eher für kostengünstige Optionen entscheiden.

 

Der multinationale Konzern Coca-Cola bleibt die absolute Referenz in Bars, Hotels, Strandclubs und Restaurants. Im HORECA-Sektor (Hotels, Restaurants und Cafés) beträgt sein Marktanteil im südlichen Teil der Insel Branchenschätzungen zufolge rund 70 %. Im Jahr 2022 überstieg der Coca-Cola-Absatz auf den Kanarischen Inseln 176 Millionen Liter, womit der Archipel zu den Regionen mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Spanien gehört.

 

Pepsi, das auf den Inseln von Ahembo vertrieben wird, ist bescheidener vertreten. In Bars und Restaurants im Süden liegt ihr Anteil bei etwa 10 %, obwohl er in bestimmten Einrichtungen wie Fast-Food-Franchises oder einigen auf der Halbinsel geführten Betrieben besser ist.

 

White-Label-Marken machen mittlerweile 40 % des Umsatzes in Touristen-Supermärkten aus.

 

Die Realität im Einzelhandelskanal ändert sich radikal. In Supermärkten, die sich sowohl an ausländische Einwohner als auch an Langzeittouristen richten, machen Erfrischungsgetränke von Eigenmarken bereits mehr als 40 % des Umsatzvolumens aus. Lidl (mit seiner Marke Freeway), Mercadona (Hacendado) und SPAR bieten Produkte an, die 20 bis 35 Prozent günstiger sind als führende Marken, was ihre Beliebtheit insbesondere bei skandinavischen und deutschen Verbrauchern gesteigert hat.

 

„Die Menschen in Nordeuropa sind sehr preisbewusst und vergleichen die Preise. Sie haben nichts dagegen, Erfrischungsgetränke der Eigenmarke zu kaufen, wenn ihnen der Geschmack und das Etikett gefallen“, erklärt ein Filialleiter in San Fernando de Maspalomas. Dieses Verbraucherprofil bevorzugt zudem zuckerfreie Varianten oder natürliche Zutaten, ein Bereich, in dem sich Eigenmarken schnell etabliert haben.

 

Die neue Karte des touristischen Konsums auf den Kanarischen Inseln

 

Während Coca-Cola auf Terrassen und in Hotels weiterhin das sichtbare Aushängeschild des Erfrischungsgetränks ist, verzeichnen Eigenmarken ein stilles Wachstum. Dieser Wandel im Konsumverhalten ist nicht nur eine Reaktion auf Preisstrategien, sondern auch auf veränderte Gewohnheiten: Touristen orientieren sich heute nicht mehr nur an Logos, sondern auch an Nährwertkennzeichnungen, Preisen und Umweltauswirkungen.

 

In Maspalomas, wo europäische Touristen der Mittelschicht und vorübergehende Ausländer zusammenleben, spiegelt das jeweils gewählte Erfrischungsgetränk einen umfassenderen Trend wider: die Segmentierung des Konsums. Dieses Phänomen ist alles andere als vorübergehend und hat das Potenzial, sich zum neuen Standard für das Verhalten von Touristen auf den Kanarischen Inseln zu entwickeln.

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