Donnerstag, 08. Oktober 2026
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Der Ökozid, den Umweltschützer und CC verhinderten: Als die PSOE Sand aus Maspalomas abbauen wollte, um Strände aufzuschütten

Der Ökozid, den Umweltschützer und CC verhinderten: Als die PSOE Sand aus Maspalomas abbauen wollte, um Strände aufzuschütten

Gara Hernández - M24h Donnerstag, 03

 

Zwei Jahrzehnte sind vergangen seit einer der umstrittensten Episoden in der Territorialpolitik der Kanarischen Inseln. Ende des ersten Jahrzehnts der 2000er-Jahre initiierte die PSOE (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei), die die Generaldirektion für Küstenangelegenheiten innehatte, ein riskantes und stark kritisiertes Vorhaben: die Entnahme von Sand aus dem Meeresboden von Pasito Blanco zur Sanierung von 18 Stränden im Süden Gran Canarias. Diese Entscheidung löste Empörung unter Umweltschützern aus und gefährdete die Nachhaltigkeit des Dünenökosystems von Maspalomas. Hatte sie Auswirkungen auf die lokalen Wahlen? Die AV-PP (Vereinigung der Volksallianzen) errang bei den Wahlen 2011 einen Erdrutschsieg und erhöhte ihre Sitzzahl im Gemeinderat von acht im Jahr 2007 auf 14. Nueva Canarias (Neue Kanarische Inseln) konnte zwar ihre Machtposition behaupten, verlor aber das Bürgermeisteramt.

Das Projekt, bei dem 5,6 Millionen Kubikmeter Sand aufgeschüttet werden sollten, wurde zum Schlachtfeld. Die sozialistische Regierung unter José Fernández verteidigte die Notwendigkeit der Strandsanierung, um den Tourismus, einen der wichtigsten Wirtschaftszweige der Insel, anzukurbeln. Die Umweltschützer von Ben Magec Ecologistas en Acción unter der Führung von Antonio Hernández prangerten das Projekt hingegen wegen fehlender, strenger Umweltverträglichkeitsprüfungen und der Gefährdung der Integrität der Dünen von Maspalomas, einem Naturschutzgebiet, an.

Die Anschuldigungen der Umweltschützer waren scharf. Hernández ging sogar so weit zu behaupten, die Entscheidung der PSOE sei „von den Geschäftsinteressen bestimmter, mit der PSOE verbundener Unternehmen getrieben“ gewesen. Dieser schwerwiegende Vorwurf, der sich zwar nie bewahrheitete, verdeutlichte das tiefe Misstrauen zwischen Zivilgesellschaft und politischer Klasse jener Zeit. Die Umweltschützer beklagten zudem, dass die laufenden Forschungen zum Meeresboden des betroffenen Gebiets unter der Leitung der Geografin Dr. Enma Pérez Chacón nicht berücksichtigt worden waren.

Die Regierung der Kanarischen Inseln, damals unter Paulino Rivero (Kanarische Koalition) und in Koalition mit der Volkspartei (PP) und später mit der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE), lehnte den Sandabbau ab. Das stellvertretende Ministerium für Raumplanung veröffentlichte einen Bericht, der dem Projekt ablehnend gegenüberstand. Darin wurde argumentiert, dass die vorgesehene Sandbank innerhalb der Grenzen eines Natura-2000-Gebiets, des Meeresschutzgebiets Mogán, liege. Dieses Schutzgebiet ist Lebensraum für zwei prioritäre Arten: den Großen Tümmler und die Unechte Karettschildkröte.

Die dem Projekt beigefügte Umweltverträglichkeitsstudie spielte die Risiken herunter. Darin wurde behauptet, das Sandbankgebiet sei eine ökologische Übergangszone mit geringer Artenvielfalt an Bodenlebewesen und der Sand stamme aus Maspalomas, weshalb die Stabilität des Strandes nicht beeinträchtigt würde. Experten sahen das jedoch anders. Luis Hernández Calvento, promovierter Geograph, konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob der Abbau das Verschwinden der Dünen beschleunigen würde, obwohl er auf Arbeiten anderer Experten verwies, die diesen Zusammenhang direkt untersuchten. Ignacio Alonso, Professor für Meereswissenschaften, meinte, die Sandbank von Pasito Blanco sei so groß, dass der Abbau ihr Ökosystem kaum beeinträchtigen würde.

Zwei Jahrzehnte später ist der Fall Pasito Blanco eine deutliche Mahnung an die Komplexität der Landnutzung auf den Kanarischen Inseln, einem Gebiet, in dem Tourismusentwicklung und Umweltschutz oft im Konflikt stehen. Die Geschichte der Sanddüne Pasito Blanco verdeutlicht die Bedeutung von Transparenz, wissenschaftlicher Strenge und Bürgerbeteiligung bei Entscheidungen, die unser Naturerbe betreffen.

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