Die Modernisierung etablierter Touristenziele auf den Kanarischen Inseln ist über bloße Absichtserklärungen hinausgegangen und zeigt sich nun in der konkreten Umsetzung technischer Infrastruktur. Das Programm „Impulsa Maspalomas“, Teil des Tourismus-Nachhaltigkeitsplans (PSTD) für San Bartolomé de Tirajana, hat dank einer Finanzspritze aus dem europäischen Förderprogramm NextGenerationEU seine ersten Projekte abgeschlossen. Ziel dieser Initiative ist es, die Beziehung der Besucher zum urbanen Raum durch gezielte technische Maßnahmen neu zu definieren. Diese Maßnahmen sollen die Auswirkungen des Klimawandels abmildern und die Energiewende im wichtigsten Wirtschaftsmotor der Insel beschleunigen.
Das lokale Ingenieurbüro PROICAN Estudio de Ingeniería hat die Projektplanung und Bauleitung mehrerer Schlüsselmaßnahmen dieses Plans übernommen und arbeitet dabei unter der strategischen Koordination des Beratungsunternehmens KNW. Die institutionelle Umsetzung erforderte eine präzise Abstimmung zwischen verschiedenen lokalen und Inselverwaltungen sowie einen technischen Steuerungsprozess unter der Leitung von Experten wie Carlos Jiménez García und Manuel Varela Rey, um Mobilitäts- und Landschaftskriterien in den stark frequentierten Fußgänger- und Gewerbegebieten der südlichen Gemeinde zu vereinheitlichen.
Der Kern der baulichen Maßnahme liegt in der Milderung des städtischen Wärmeinseleffekts in dicht bebauten Gebieten der Küste von San Bartolomé de Tirajana. Das Ingenieurteam hat ein Netzwerk minimalistischer Photovoltaik-Überdachungen entworfen, die im öffentlichen Raum drei Funktionen erfüllen: Sie schaffen Schattenplätze für mehr Komfort der Fußgänger, produzieren saubere Energie vor Ort und integrieren Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge, die direkt an die Solaranlage angeschlossen sind.
Der Auftrag für die Installation dieser Ladestationen und Sonnenschutzkonstruktionen wurde an Electrimega (Veolia) vergeben. Das von Julio Hernández und Thais González geleitete Technikerteam realisierte die Installation unter Einhaltung strenger Kriterien zur harmonischen Landschaftsgestaltung. Die Lösungen sollen der steigenden Nachfrage nach Elektromobilität von Mietwagenflotten und Servicefahrzeugen im Süden der Insel gerecht werden und gleichzeitig die Stadtmöblierung in etablierten Touristengebieten optisch aufwerten.
Die Modernisierung der Infrastruktur beschränkt sich nicht auf oberflächenmontierte Photovoltaikanlagen. Der Sektorplan umfasst eine umfassende technische Analyse der öffentlichen Beleuchtung entlang des Paseo Costa Canaria, der Fußgängerzone, die sich entlang der Dünen erstreckt und die wichtigsten Hotelanlagen von Playa del Inglés und Meloneras verbindet. Die von PROICAN erstellte Studie bildet die Grundlage für einen umfassenden Austausch der bestehenden Beleuchtung durch intelligente, energiesparende Technologie. Ziel ist es, den CO₂-Fußabdruck der Gemeinde und die Lichtverschmutzung in einem an ein Naturschutzgebiet angrenzenden Gebiet zu reduzieren.
Der operative Erfolg dieser Projekte hing letztlich von der Unterstützung des Energierats der Insel Gran Canaria ab, der die Übereinstimmung dieser kommunalen Projekte mit der Strategie der Insel zur Energie-Selbstversorgung bestätigt. Mit diesen Projekten möchte sich Maspalomas gegenüber Reiseveranstaltern auf dem Festland neu positionieren und sich als Reiseziel etablieren, das nicht nur Sonne und Strand bietet, sondern auch seine eigenen Solarenergieressourcen nutzt, um die Lebensqualität im öffentlichen Raum zu verbessern.











