Samstag, 11. Juli 2026
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Allianz zwischen TUI und Lidl: Der Reiseveranstalter wird Reisen nach Maspalomas im Katalog des Supermarkts anbieten.

Allianz zwischen TUI und Lidl: Der Reiseveranstalter wird Reisen nach Maspalomas im Katalog des Supermarkts anbieten.

Gara Hernández - M24h Mittwoch, 01. Juli 2026

Traditionelle Reiseveranstalter experimentieren mit neuen Überlebensstrategien, selbst auf Kosten ihrer traditionellen Vertriebsnetze. TUI, der wichtigste Anbieter von Touristen für die Hotelanlagen im Süden Gran Canarias, hat in den Vertriebskanälen heftige Kontroversen ausgelöst, nachdem das Unternehmen die strategischen Aspekte seiner Allianz mit der Discounterkette Lidl detailliert dargelegt hatte. Die Initiative, die den deutschen Partneragenturen im neuen Informationsformat „Hintergrund und Perspektiven“ offiziell mitgeteilt wurde, hat in Fachforen und sozialen Medien unter unabhängigen Reisebüros für Aufsehen gesorgt. Diese sehen in dem Schritt eine direkte Bedrohung ihrer traditionellen Exklusivität im Pauschalreisevertrieb.

 

Die Tourismusbranche im Süden Gran Canarias beobachtet die Situation mit Vorsicht. Ihr ist bewusst, dass die Aufnahme in die Kataloge großer Lebensmittelhändler zwar den Zugang zum Reiseziel erleichtert, aber gleichzeitig einen latenten Abwärtsdruck auf die Übernachtungspreise ausübt. Die von Fiedler angestoßene Debatte bestätigt, dass das Streben der Tourismusgiganten nach hohen Umsätzen die Grenzen zwischen Lebensmittelhandel und Hotelbuchungen verwischt und die Hotels des Archipels zwingt, sich auf ein Besucherprofil einzustellen, das an die extrem niedrigen Margen des Discounter-Kanals gewöhnt ist.  

Der deutsche multinationale Konzern hat damit begonnen, eine Auswahl seiner Unterkünfte in den Lidl-Reisekatalog aufzunehmen. Bis 2027 sollen die Urlaubsangebote endgültig im regulären Lebensmittelkatalog des Supermarkts zu finden sein, ergänzt durch die dauerhafte Integration in die E-Commerce-Plattform der Handelskette. Befürchtungen einer Kannibalisierung des traditionellen Marktes und einer absehbaren Abwertung der Marke in gehobenen Reisezielen im Süden der Insel – wie den Ferienorten Meloneras und Pasito Blanco – sind die Hauptkritikpunkte aus dem Einzelhandel. Dieser bezeichnet den Schritt bereits in den sozialen Medien als Schlag für die Rentabilität des stationären Handels.

Die Vertriebsleitung von TUI hat auf die Kritik der Branche reagiert und versucht, die stationären Reisebüros zu beruhigen, die nach wie vor den Großteil der Winterbuchungen in San Bartolomé de Tirajana abwickeln. Die Vertriebsleiterin Ilka Lauenroth hat in einem internen Memo kategorisch erklärt, dass die Preisgleichheit über alle Vertriebskanäle hinweg vertraglich garantiert ist. Sie stellt klar, dass es keine exklusiven Rabatte oder Tarifvorteile für Supermarktkunden geben wird, da alle beworbenen Reisen gleichzeitig über das Buchungssystem der Reisebüros (Iris Plus) und das TUI Newsnet-Portal buchbar sein werden.

Die strategische Begründung des Reiseveranstalters liegt in der dringenden Notwendigkeit, neue Nachfragesegmente auf den mitteleuropäischen und britischen Märkten zu erschließen, um die Hotelauslastung auf den Kanarischen Inseln aufrechtzuerhalten. TUI argumentiert, dass das Kundenprofil von Lidl mit den profitabelsten Zielgruppen im Bereich der Großraumunterkünfte im Süden der Insel übereinstimmt: Familien und aktive Rentner, die an Pauschalreisen interessiert sind. Der Tourismuskonzern führt weiter aus, dass das flächendeckende Filialnetz von Lidl und die mobile App als riesige Werbeplattform dienen und letztendlich unentschlossene Kunden zur persönlichen Beratung durch traditionelle Reisebüros führen werden.

Die Reaktionen des Einzelhandels auf die Präsenz von Maspalomas-Reiseangeboten in Supermärkten reichen von Empörung bis hin zu pragmatischem Geschäftsgebaren. Während einige traditionelle Reisebüros die Kooperation als Abwertung des Urlaubsprodukts interpretieren, nutzen Branchenexperten, die die Dynamik des Massenkonsums besser verstehen, Lidls eigenen Prospekt als Verkaufsargument, um ihre Stammkunden zu halten. Mehrere Einzelhandelsketten haben Kampagnen über ihre WhatsApp-Statusmeldungen gestartet, in denen sie klarstellen, dass jedes Angebot aus den Supermarktregalen auch in ihren Büros zum gleichen Preis gebucht werden kann – inklusive Versicherung und persönlichem Service.

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