Der Tourismus im Süden Gran Canarias wandelt sich von großen Hotelanlagen hin zu einem Netzwerk kleiner und mittlerer Unternehmen, die die Ausgaben vor Ort maßgeblich beeinflussen. Gran Canaria Tourism hat 365.000 € für die Modernisierung, strategische Beratung und Digitalisierung der Gastronomie und des Einzelhandels in San Bartolomé de Tirajana bereitgestellt. Das Programm „Impulsa Maspalomas“ wird von der Aufbau-, Transformations- und Resilienzfazilität der Europäischen Union finanziert und zielt darauf ab, dem Wettbewerbsverlust von Freiluft-Einkaufsstraßen angesichts veränderter Konsumgewohnheiten internationaler Besucher entgegenzuwirken.
Die technische Intervention erfolgt durch individuelle Audits und operative Aktionspläne im Geschäftszentrum von Playa del Inglés und Meloneras. Die Ressourcen konzentrieren sich auf die Beseitigung struktureller Ineffizienzen in lokalen Unternehmen durch die Einführung von Analysetools für die Lagerverwaltung und entsprechende Software. Vorläufige Analysen im Gastronomiebereich der Gemeinde zeigen, dass ungenaue Bedarfsplanung beim Einkauf und fehlende automatisierte Lagersysteme dazu führen, dass 40 % der Lebensmittel im Müll landen – eine betriebliche Belastung, die die Gewinnmargen angesichts weltweit steigender Rohstoffkosten schmälert.
Das Projekt priorisiert das finanzielle Überleben traditioneller Restaurants, die durch die All-inclusive-Angebote großer Ketten zunehmend verdrängt werden. Technische Unterstützung führt Rückverfolgbarkeitssysteme und digitalisiertes Geschäftsmanagement ein, die sich unmittelbar auf die Betriebskosten dieser Betriebe auswirken. Die Optimierung interner Prozesse zielt nicht nur darauf ab, Lebensmittelabfälle in den Küchen touristischer Gebiete zu reduzieren, sondern auch Speisekarten und Serviceleistungen an die Anforderungen der Nachhaltigkeit anzupassen, die Reiseveranstalter in den Herkunftsländern zur Bestrafung oder Belohnung bestimmter Praktiken nutzen.
Der wirtschaftliche Aspekt der Initiative konzentriert sich auf den technologischen Rückstand traditioneller Unternehmen im Süden der Insel. Sensibilisierungsworkshops und technische Besuche in Betrieben sollen die Implementierung fortschrittlicher elektronischer Zahlungsplattformen, Omnichannel-Commerce-Tools und digitaler Kundeninteraktionssysteme beschleunigen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die durchschnittlichen Ausgaben von Touristen außerhalb von Hotelanlagen zu steigern und so die Besucherströme zu erschließen, die zwar durch Gran Canarias wichtigstes Wirtschaftszentrum reisen, deren Einkaufserlebnis aber durch analoge Einzelhandelsstrukturen eingeschränkt ist.
Die Konsolidierung dieses Interventionsmodells in San Bartolomé de Tirajana zielt darauf ab, die Position der Gemeinde auf dem europäischen Wintertourismusmarkt durch standardisierte Qualitätsstandards zu sichern. Das Programm fördert gezielt KMU, die dem spanischen integrierten System für Tourismusqualität in Destinationen (SICTED) beitreten – einer Zertifizierung, die als Garantie für internationale Vermittler und Multiplikatoren dient.
Die Stabilisierung der Ausgaben in der Destination hängt von der Fähigkeit des komplementären Tourismussektors ab, die Devisenausgaben kaufkräftiger Touristen aufzunehmen. Durch die Subventionierung von Beratungs- und Innovationskosten mit Mitteln aus dem Programm NextGenerationEU will die Inselverwaltung Unternehmen in Maspalomas mit Finanzanalyseinstrumenten ausstatten, die üblicherweise nur multinationalen Konzernen zur Verfügung stehen. So sollen lokale Arbeitsplätze durch Effizienzsteigerung und den Einsatz von Technologie im Dienstleistungssektor gesichert werden.











