Die Zufahrtsstraße nach Arguineguín, nicht das Hafengebiet selbst, wird nur wenige Tage bevor Gran Canaria im Mittelpunkt des weltweiten religiösen Interesses steht, zum größten Schandfleck der Insel werden. Die desaströse Verwaltung des öffentlichen Raums in dieser südlichen Küstenenklave, die jahrzehntelang von der Stadtverwaltung vernachlässigt und von institutioneller Vernachlässigung geprägt war, droht, den internationalen Ruf des Archipels zu zerstören. Während vatikanische Gesandte die technischen Details der Straße finalisieren, bietet die Umgebung einen untragbaren Schandfleck, der jeden Versuch untergräbt, die Insel als modernes und prosperierendes Gebiet darzustellen.
Die Medienberichterstattung wird unerbittlich sein. Mehr als 3.000 Journalisten, Kriegsberichterstatter und Sondergesandte von allen fünf Kontinenten werden auf den Straßen der Insel postiert, um jede Sekunde des Papstbesuchs zu übertragen. Dieses Heer internationaler Kameras und Reporter, das es gewohnt ist, die Realitäten der halben Welt zu enthüllen, wird sich nicht darauf beschränken, nur die Silhouette des Papstes einzufangen. Die Linsen der großen globalen Sender werden unweigerlich das chaotische Stadtbild entlang der Reiseroute einfangen und die Schwächen des südlichen Teils der Insel zu einem globalen Beispiel für den Niedergang des Tourismus machen.
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Der gegenwärtige Zustand von Arguineguín lässt sich weder beschönigen noch durch institutionelle Euphemismen verharmlosen. Die architektonische Unordnung, der angehäufte Industrieschrott, die verrosteten Zäune und der bröckelnde Asphalt zeichnen ein Bild der Randständigkeit. Scharfsinnige Analysten vergleichen die Atmosphäre des Hafens und seiner Zufahrtswege unmissverständlich mit den am stärksten frequentierten und deregulierten Hafen- und Industriegebieten Bangladeschs – eine verheerende Parallele für eine Region, die Europa ein Bild von idyllischem Leben und Wohlstand verkauft. Die Untätigkeit der Behörden hat dazu geführt, dass eines der Tore zum Süden der Insel eher wie ein Hafenvorort eines Entwicklungslandes wirkt als wie ein erstklassiges europäisches Touristenziel.
Die Einwohner Gran Canarias sind außer sich vor Wut und kollektiver Demütigung. Sie fordern Aufklärung darüber, warum die Zivilgesellschaft der Insel vor der ganzen Welt einen derartigen Reputationsschaden hinnehmen muss. Die systematische Aufgabe von Modernisierungsplänen, die unterlassene Verlegung der Stromleitungen, die wie Ranken zwischen verfallenen Fassaden hängen, und die Vernachlässigung der öffentlichen Plätze sind nicht länger nur ein Problem einzelner Viertel, sondern eine politische Verantwortungslosigkeit, die die gesamte Bevölkerung internationaler Lächerlichkeit preisgibt. Die Steuerzahler der Insel beobachten fassungslos, wie die Untätigkeit ihrer politischen Führung einen historischen Meilenstein in ein potenzielles PR-Desaster verwandelt.
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Die Hotel- und Geschäftswelt im Süden blickt mit großer Sorge auf die Ereignisse. Dem Tourismusverband ist bewusst, dass die millionenschweren Investitionen in die Renovierung luxuriöser Privatunterkünfte völlig sinnlos sind, solange das umliegende öffentliche Stadtbild verfällt. Die Befürchtung, dass ausländische Korrespondenten in ihren Berichten den krassen Gegensatz zwischen den Fünf-Sterne-Resorts und dem Verfall der angrenzenden Straßen in den Mittelpunkt stellen werden, ist real und begründet. Direkte Konkurrenten auf dem internationalen Urlaubsmarkt werden so jahrelang kostenloses Bildmaterial haben, um die Attraktivität der Kanarischen Inseln als Reiseziel infrage zu stellen.
Der Papstbesuch wird vorüber sein, doch die Folgen der Berichterstattung über den desolaten Zustand der Zufahrtsstraßen nach Arguineguín vor 3.000 internationalen Medien werden dem Image Gran Canarias nachhaltig schaden. Die Debatte im Anschluss an den Besuch wird sich nicht mehr um die empfangenen Segnungen drehen, sondern vielmehr um die nächste Avocado-Messe.











