Plakate für Avocado-Messen gibt es zwar, aber der historische Besuch eines Papstes auf den Kanarischen Inseln verläuft eher unauffällig. Das Stadtbild und die Hauptverkehrsadern im Süden Gran Canarias präsentieren sich wenige Tage vor der Ankunft des Pontifex in einem ungewöhnlichen Licht. Die Organisation des historischen Besuchs von Papst Leo XIV. auf dem Archipel zeichnet sich durch das völlige Fehlen von Plakaten oder anderer institutioneller Außenwerbung entlang der Straßen der Insel aus. Diese zurückhaltende Ästhetik spiegelt die Sicherheitsvorkehrungen und die gebotene Zurückhaltung wider und steht in starkem Kontrast zum Umfang der Sicherheitsmaßnahmen, die das tägliche Leben auf den Hauptinseln für die nächsten Wochen nahezu zum Erliegen bringen werden. Touristen erfahren davon nur durch die Sicherheitskräfte oder an der Hotelrezeption.
Die Kargheit des Stadtbildes spiegelt die drastischen Maßnahmen zur Einschränkung der Mobilität wider, die die Behörden dringend ergreifen mussten. Das Bildungsministerium der Kanarischen Inseln hat die vorübergehende Aussetzung des Unterrichts für Donnerstag, den 11. Juni, an allen Bildungseinrichtungen auf Gran Canaria angeordnet. Diese Maßnahme zur Räumung der Klassenzimmer, die am Freitag, den 12. Juni, auch auf Teneriffa umgesetzt wird, basiert auf fundierten technischen Berichten der lokalen und staatlichen Sicherheitskräfte. Hauptziel ist es, einen kompletten Verkehrskollaps angesichts des erwarteten hohen Verkehrsaufkommens auf den Autobahnen zu verhindern, der den Schülertransport und offizielle Delegationsrouten unmöglich machen würde.
Das Fehlen traditioneller Hinweisschilder an Flughäfen und entlang der Straßen von San Bartolomé de Tirajana und Mogán täuscht nicht über die immensen Anstrengungen zur Rekrutierung und Koordination von Gläubigen in den Pfarreien und Gemeindezentren im Süden der Insel hinweg. Anstelle groß angelegter Marketingkampagnen setzen die Organisatoren auf eine Mobilisierung an der Basis, die über digitale Plattformen und Freiwilligennetzwerke erfolgt. Mehr als 2.800 Freiwillige kümmern sich um Logistik, Zugang und die Begleitung der Gläubigen an den Veranstaltungsorten in der Metropolregion und übernehmen so die Kontrolle über eine religiöse Veranstaltung, die keine aufwendige Werbung benötigt, um die Insel zu füllen.











