Klassenzimmer im Süden Gran Canarias haben sich zu einem Testfeld für die nächste technologische Revolution im Agrarsektor der Insel entwickelt. Die Sergio-Alonso-Stiftung hat an der Sekundarschule Faro de Maspalomas in der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana eine Reihe von Workshops zum Wissenstransfer durchgeführt. Ziel war es, modernste digitale Innovationen, Automatisierung und Robotik in Ausbildungsprogramme des Primärsektors zu integrieren. Diese Initiative ist Teil des Projekts AgroSOS, einer Plattform für gemeinsame Entwicklung, die die technologische Kluft in ländlichen Gebieten überbrücken und die Qualifizierung junger Menschen in der südlichen Region fördern will.
Der technische Vorschlag der Stiftung wurde international auf dem Nachhaltigkeitsforum „Pizza für die SDGs“ in Gran Canaria vorgestellt, wo zwei praktische Leitfäden präsentiert wurden. Diese Leitfäden sollen die Implementierung dieser technischen Systeme in anderen Bildungseinrichtungen, landwirtschaftlichen Genossenschaften und Organisationen des Archipels erleichtern. Die Schulungsmaterialien befassen sich mit der Transformation des traditionellen Produktionsmodells durch spezifische Handbücher zur vollständigen Elektrifizierung von verbrennungsmotorbetriebenen Traktoren und zur Entwicklung von FarmBot-Systemen. FarmBot ist eine Open-Source-Technologie, die Aussaat, selektive Bewässerung und Schädlingsbekämpfung mithilfe präziser Koordinaten robotisch automatisiert.
Die Realisierbarkeit der AgroSOS-Handbücher basiert auf einem Bildungskonsortium, das die Fachkräfte beruflicher Bildungseinrichtungen mit der Technologiebranche verbindet. Die Entwicklung der Prototypen und die Erstellung der technischen Richtlinien profitierten von der aktiven Beteiligung von Lehrer- und Schülerteams des IES El Rincón, des CIFP Felo Monzón Grau Bassas und des IES Luis Vives in enger Abstimmung mit dem Ingenieurteam des Dr. Stetter ITQ. Durch die Einbindung dieser Institutionen erwerben Schülerinnen und Schüler in San Bartolomé de Tirajana Kenntnisse in Mechatronik, Programmierung und erneuerbaren Energien, die direkt zur Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft auf den Kanarischen Inseln beitragen.
Die Implementierung dieser Methoden an der IES Faro de Maspalomas zielt darauf ab, die Landwirtschaft angesichts der erheblichen Herausforderungen durch den Generationswechsel und den Fachkräftemangel auf den Kanarischen Inseln technisch attraktiver zu gestalten. Die Digitalisierung der Anbauprozesse ermöglicht es zukünftigen Landwirten im südlichen Mittelgebirge, die Wasserressourcen präzise zu steuern – ein entscheidender Faktor in einer strukturell ariden Klimazone. Die Einführung intelligenter Überwachungssysteme reduziert den Einsatz von chemischen Betriebsmitteln drastisch und optimiert die Betriebskosten für landwirtschaftliche Betriebe, die in den Tälern der Gemeinde tropische Früchte und Gemüse anbauen.
Die externe Validierung des AgroSOS-Projekts mithilfe der Innovationsmethodik „Pizza für die SDGs“ stärkt die Rolle des Inselrats von Gran Canaria und der Europäischen Kommission als Kofinanzierer von EU-Resilienzprogrammen. Die von der Sergio-Alonso-Stiftung veröffentlichten Handbücher gewährleisten die Einhaltung der Prüfkriterien für Kohäsionsfonds, indem sie praxisnahe Lösungen für Klimawandel und landwirtschaftliche Bodendegradation fördern. Diese Schulungsmaterialien stehen nun lokalen Landwirtschaftsorganisationen im Süden der Insel zur Verfügung, um die Energiewende bei Pumpensystemen und schweren Maschinen zu beschleunigen, ohne dass kostspielige Investitionen in ausländische Patente erforderlich sind.
Der Erfolg des in den Klassenzimmern von Maspalomas entwickelten Wissenstransfers beruht auf seiner Fähigkeit, ökologische Nachhaltigkeit mit der wirtschaftlichen Rentabilität traditioneller Landwirtschaft zu verknüpfen. Der Einsatz von Open-Source-Software und der Eigenbau von FarmBot-Automatisierungsmodulen demokratisieren den Zugang zur Präzisionslandwirtschaft und ermöglichen es kleinen Familienbetrieben im Süden Gran Canarias, im Hotel- und Einzelhandel wettbewerbsfähig zu sein. Das Projekt legt den Grundstein für ein Modell, in dem fortschrittliche Technologie in die Bildungslandschaft der Gemeinde integriert wird und das Berufsbild der kanarischen Landwirtschaft an europäische Standards für Effizienz, Digitalisierung und Ernährungssouveränität anpasst.











