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Werden Touristen Papst Leo XIV. im nächsten Monat im Süden von Gran Canaria sehen können?

Werden Touristen Papst Leo XIV. im nächsten Monat im Süden von Gran Canaria sehen können?

YURENA VEGA - M24H Samstag, 16. Mai 2026

 

Der Hafen von Arguineguín, der 2020 den humanitären Zusammenbruch an Europas Südgrenze symbolisierte, bereitet sich auf einen beispiellosen institutionellen Wandel vor. Am 11. Juni wird Papst Leo XIV. seinen offiziellen Besuch auf den Kanarischen Inseln mit einer Blumenniederlegung in diesem Hafen in Mogán beginnen. Damit erfüllt er den posthumen Wunsch seines Vorgängers Franziskus, der Tragödie der Kanarischen Route zu gedenken. Dieses Ereignis ist nicht nur ein religiöser Meilenstein, sondern verleiht dem Archipel auch ein neues geopolitisches Gewicht in der Debatte um die atlantische Migration und verbindet den Heiligen Stuhl mit dem ersten Landstrich, den Tausende von Menschen nach ihrer Abreise von der afrikanischen Küste erreichen.

José Gilberto Moreno, Geschäftsführer von Puertos Canarios, erläuterte am Donnerstag die Logistik einer Veranstaltung, deren Vorbereitung vier Monate dauerte und die bereits zweimal von vatikanischen Delegationen geprüft wurde. Das Format wurde strategisch angepasst, um die visuelle und symbolische Wirkung zu maximieren: Die Hauptbühne wurde in Richtung des Fischerhafens verlegt, sodass der Atlantik als natürliche Kulisse dient. Diese Anordnung soll die Tragweite einer der tödlichsten Überfahrten der Welt unterstreichen, die durch bewaffnete Konflikte, Hungersnöte und die Auswirkungen des Klimawandels auf den benachbarten Kontinent verursacht wird.

Der politisch und menschlich bedeutsamste Moment wird eintreten, wenn der Papst von der Bühne herabsteigt, um gemeinsam mit etwa fünfzig Migranten im Hafenbecken Blumen niederzulegen. Laut Protokoll werden 15 Überlebende vor der päpstlichen Ansprache ihre persönlichen Erlebnisse schildern. An der Veranstaltung nehmen 2.800 Menschen teil, darunter Familien aus vier Kontinenten. Ziel ist es, die Tragödie zu überwinden und das Integrationsmodell der Kanarischen Inseln zu würdigen. Eingeladen sind lokale Unternehmer, die Migranten beschäftigen, Mitglieder der Fischergilde, Mitarbeiter des Roten Kreuzes sowie Angehörige des Katastrophenschutzes der Kanarischen Inseln, die während der Gesundheitskrise 2020 im Einsatz waren.

Das bleibende Vermächtnis dieses Besuchs wird mit der Aufstellung eines zwei Meter langen Kreuzes besiegelt, das vollständig aus geborgenen Kanus gefertigt ist. Dieses Bauwerk wird neben dem Bildnis Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel am Eingang des Anlegers platziert und dient als dauerhafte Erinnerung an die Wandlung des Piers: von einem provisorischen Internierungslager während des Höhepunkts der Pandemie zu einem Symbol europäischer Gastfreundschaft. Die Sicherheitsvorkehrungen und das Protokoll für dieses zentrale Ereignis im Süden Gran Canarias erforderten angesichts der zu erwartenden weltweiten Medienberichterstattung eine sorgfältige Abstimmung zwischen den staatlichen Sicherheitskräften und der vatikanischen Gendarmerie.

Die Wahl von Arguineguín als erste Station nach der Ankunft des Papstes am Flughafen Gando sendet ein klares Signal an die europäischen Außenministerien. Die Anwesenheit Leos XIV. an dem Ort, an dem über 2.000 Menschen die Nacht unter prekären Bedingungen am südlichen Kai verbrachten, rückt die Kanarische Route in den Mittelpunkt der internationalen humanitären Agenda. Mit der Aufstellung von 3.000 Stühlen, Tribünen für akkreditierte Pressevertreter und Kinderbereichen wird die Hafeninfrastruktur vorübergehend für eine Gedenkfeier umgestaltet, die den Tausenden von Menschenleben an Europas sogenannter „flüssiger Grenze“ gedenken soll.

Für die Regionalregierung und die Hafenbehörde der Kanarischen Inseln verleiht dieser Besuch dem gesamten Papstaufenthalt auf den Inseln eine besondere Bedeutung. Auf seinem Weg zum Fischereihafen durchquert Leo XIV. nicht nur ein Industriegebiet, sondern würdigt auch die Arbeit der anonymen Bürger und Sozialarbeiter, die während der kritischsten Phase der Migrationswelle im Süden der Insel die Grundversorgung sicherstellten. Die Rede, die der Papst in diesem maritimen Umfeld halten wird, dürfte die Doktrin seines Pontifikats in Bezug auf erzwungene Migration im Atlantikraum maßgeblich prägen.

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