Das Ferienwohnungsmodell im Süden Gran Canarias zeigt Ende des ersten Quartals 2026 Anzeichen struktureller Erschöpfung. San Bartolomé de Tirajana (36 % der verfügbaren Unterkünfte der Insel) und Mogán (18 %) führen einen Markt an, dessen Angebotskapazität stetig sinkt. Die Insel verlor im vergangenen Jahr 8,8 % ihrer verfügbaren Ferienwohnungen und 10,7 % ihrer gesamten Unterkunftskapazität – ein Rückgang, der den Abgang von Objekten aus einem System widerspiegelt, das unter regulatorischem und operativem Druck steht.
Die Rentabilität pro Unterkunftseinheit in den südlichen Touristenzentren zeigt im Vergleich zur regionalen Konkurrenz Schwächen. Während es den abgelegenen Gemeinden und Wohnorten gelingt, hohe Preise zu halten, ist der durchschnittliche Tagespreis auf der Insel im Jahresvergleich um 1,3 % gesunken. San Bartolomé de Tirajana weist einen Preis von 190 € auf, liegt aber weit unter den 234 € in Firgas. Dies verdeutlicht, dass der Massentourismus im Süden die Kontrolle über die Premiumpreise verliert. Mogán stagniert derweil bei 167 € und befindet sich damit im Mittelfeld eines Marktes, der von einer Abwertung des Produkts geprägt ist.
Die Wirtschaftlichkeit lässt ebenfalls nach. Die Auslastung auf Gran Canaria liegt bei 94,90 %, ein zwar hoher, aber niedrigerer Wert als auf Lanzarote (95,61 %) oder Fuerteventura (95,04 %). Der Süden der Insel muss mit geringeren Auslastungsmargen arbeiten und kämpft mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von nur 5,6 Tagen – deutlich weniger als die 6,07 Tage der Konkurrenz auf Fuerteventura. Diese geringe Auslastung schränkt die tatsächliche wirtschaftliche Wirkung der 38.646 verfügbaren Betten auf der Insel ein.
Obwohl der Gesamtumsatz im März 2026 27 Millionen Euro erreichte, basiert das Wachstum auf einer künstlich erhöhten durchschnittlichen Aufenthaltsdauer pro Besucher, wodurch der Rückgang von Preisen und Angebot kompensiert wird. Der Tourismussektor im Süden Gran Canarias sieht sich mit einem schrumpfenden Angebot und einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit konfrontiert, da das große Unterkunftsangebot keine Rentabilitätsführerschaft innerhalb des Archipels mehr garantiert.











