Die Bürgerplattform „Rettet Chira Soria“ hat die Bewältigung der durch Sturm Therese verursachten Überschwemmungen vor Gericht gebracht und eine formelle Anzeige bei der Staatsanwaltschaft der Provinz Las Palmas erstattet. In der Anzeige werden die wichtigsten Institutionen und Unternehmen, die mit dem Wasserkraftwerksprojekt Salto de Chira in Verbindung stehen, einer Reihe mutmaßlicher Fahrlässigkeit beschuldigt, die sich zwischen dem 18. und 24. März 2026 ereignet haben sollen. Laut den Anzeigenden führte die Nichteinhaltung der Notfallprotokolle und die Öffnung des Überlaufs des Soria-Staudamms während des Sturms zu einem erheblichen Anstieg des Wasserstands in der Arguineguín-Schlucht, wodurch 3.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten und die Sicherheit der Anwohner gefährdet wurde.
Die Gruppe bemängelt, dass das Projekt den gemäß Königlichem Dekret 264/2021 vorgeschriebenen Notfallplan für den Staudamm nicht umgesetzt und die im Umweltverträglichkeitsbericht festgelegten Richtlinien missachtet hat. Laut der Beschwerde ermöglichten die Bauarbeiten die direkte Ablagerung von Schlamm und Baumaterialien auf öffentlichem Grund und in Meeresschutzgebieten, nachdem die Tunnel und der hydraulische Kreislauf der Infrastruktur überflutet worden waren. Die Plattform dokumentiert diesen Sachverhalt anhand von Copernicus-Satellitenbildern, die eine große Sedimentablagerung an der Küste zum Zeitpunkt des Sturms zeigen.
Die der Staatsanwaltschaft vorgelegte Liste der mutmaßlichen Täter umfasst Red Eléctrica de España, das Joint Venture Salto de Chira und das Projektmanagementteam von Novotec. Auf institutioneller Ebene werden der Inselrat von Gran Canaria, der Wasserrat der Insel und die Generaldirektion für Energie der Kanarischen Inseln genannt. Das Rechtsdokument klassifiziert die Ereignisse in vier Straftatbestände: katastrophale Gefährdung durch grobe Fahrlässigkeit, Straftaten gegen natürliche Ressourcen und die Umwelt, Amtsmissbrauch durch Unterlassung und unterlassene Hilfeleistung.
Ein zentraler Punkt der Beschwerde ist das Fehlen von Frühwarnsystemen. Die Plattform argumentiert, dass die Anwohner weder Warnungen auf ihren Mobilgeräten erhielten, noch Sensoren oder Lautsprecher vorhanden waren, um sie über den plötzlichen Anstieg des Oberflächenabflusses zu informieren. Zur Untermauerung dieser Vorwürfe haben die Unterzeichner, Rosario Correa und Honorio Galindo, ein Dossier mit Videobeweisen, Protokollen von Anwohnerversammlungen und einer Liste von Zeugen eingereicht, die die Rettungsaktionen im Flussbett zwischen den Gemeinden Mogán und San Bartolomé de Tirajana beobachtet haben.











