Mittwoch, 20. Mai 2026
Maspalomas24h
Im Süden von Gran Canaria wird auf der WindEurope-Konferenz die Offshore-Windenergie gefördert, trotz ihrer negativen Auswirkungen auf das Touristenziel.

Im Süden von Gran Canaria wird auf der WindEurope-Konferenz die Offshore-Windenergie gefördert, trotz ihrer negativen Auswirkungen auf das Touristenziel.

Gara Hernández - M24h Mittwoch, 22. April 2026

Die Einwohner von Las Palmas und von Inseln wie La Palma wünschen sich die Installation von Offshore-Windkraftanlagen im Süden Gran Canarias, die von Monteuren aus dem Hafen von Las Palmas montiert werden sollen. WindEurope unterstützt diesen Vorschlag, obwohl die Region selbst keinen Antrag gestellt hat. Die Industrialisierung der Küste hat Regionen wie den Süden Gran Canarias, deren Wettbewerbsfähigkeit auf unberührter Natur und sauberen Gewässern beruhte, schwer getroffen. Wir berichten über Beispiele aus der Praxis, in denen der Ausbau von Windkraftanlagen mit den Interessen des Tourismus kollidierte.

Das Windparkprojekt Vineyard Wind ist das jüngste Beispiel für ein operatives und reputationsschädigendes Desaster. Im Jahr 2024 verursachte der Bruch eines Rotorblatts an einer riesigen Windkraftanlage einen Regen aus Glasfaserfragmenten und Schaum, was die Schließung beliebter Touristenstrände mitten in der Hochsaison erzwang. Anwohner und Hoteliers dieser für ihren kaufkräftigen Tourismus bekannten Inseln mussten mit ansehen, wie ihr wichtigstes Kapital – die unberührte Meereslandschaft – unter dem Druck externer Energiekonzerne in eine Industrie-Sperrzone verwandelt wurde.

In den Küstenstädten von Norfolk hat die zunehmende Verbreitung von Windparks in der Nordsee eine visuelle Übersättigung geschaffen, die lokale Reiseveranstalter als „Stahlwand“ bezeichnen. Studien in der Region dokumentieren ein Phänomen der Landschaftsermüdung: Touristen, die sich nach ungestörter Erholung in der Natur sehnen, weichen zunehmend auf andere Reiseziele aus, wo der Horizont noch frei ist. Die Auswirkungen sind jedoch nicht nur visueller Natur; der Bau der für die Stromversorgung der Turbinen notwendigen Umspannwerke an Land hat ländliche Landschaften zerstört, die einst den Charme der Region ausmachten.

In Italien gab es in Regionen wie der Toskana und Sizilien heftigen Widerstand gegen Offshore-Windprojekte. In der Gegend um Piombino und entlang der Etruskischen Küste wehrte sich der Tourismussektor entschieden gegen die drohende Industrialisierung einer Küste, die von ihrem historischen und landschaftlichen Erbe lebt. Das Hauptargument der lokalen Behörden war eindeutig: Für Besucher, die authentische mediterrane Erlebnisse suchen, ist ein „industrieller Sonnenuntergang“ wertlos. Der öffentliche Druck führte dazu, dass mehrere Projekte gestoppt wurden, da die Energieeinsparungen den Verlust von Arbeitsplätzen im Gastgewerbe und die Zerstörung des Unterwasserkulturerbes nicht aufwiegen.

 

 

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