Die Energiekrise, die die europäischen Märkte erschüttert, macht sich nun auch im Einzelhandel bemerkbar. Der Bundesverband der Zivilluftfahrt (BDL) warnt vor einer drohenden Kerosinknappheit – eine direkte Folge der Instabilität im Nahen Osten. Über 80 strategische Energieanlagen wurden beschädigt, wodurch die weltweite Ölversorgung um 20 % beeinträchtigt wurde. Dies trifft einen Kontinent, auf dem drei von vier Litern Flugbenzin aus der konfliktgeplagten Region stammen, mit gravierenden Folgen. Die Folge: Spontane Reisen werden teurer.
Der Reisekonzern TUI hat seine Prognosen für die Sommersaison 2026 deutlich formuliert. Das Unternehmen geht davon aus, dass das traditionelle Last-Minute-Angebot in diesem Jahr aufgrund der geringeren Flugverfügbarkeit und der Rekordpreise für Kerosin, die bereits 230 US-Dollar pro Barrel überschritten haben, entweder ganz verschwinden oder drastisch verteuern wird. TUI empfiehlt daher dringend, frühzeitig zu buchen, um sich die aktuellen Preise zu sichern und sich vor der drohenden Preisvolatilität zu schützen, die gerade zu Beginn der Sommerferien außer Kontrolle geraten könnte.
Für den Tourismussektor im Süden Gran Canarias sind diese Nachrichten besonders brisant. Obwohl die Nachfrage nach Reisezielen wie den Kanarischen Inseln weiterhin Rekordhöhen erreicht, gestaltet sich die Anreise dorthin logistisch zunehmend komplizierter. Lufthansa hat bereits damit begonnen, Flugzeuge stillzulegen und unrentable Strecken zu streichen – eine defensive Maßnahme als Reaktion auf die Unfähigkeit alternativer US-Lieferungen, mehr als die Hälfte des europäischen Energiedefizits zu decken.
Während das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie versucht, Ruhe zu vermitteln und der Öffentlichkeit versichert, dass die Treibstoffversorgung nicht unmittelbar gefährdet sei, sieht die Realität an den Flughäfen anders aus. Europäische Flughafenbetreiber erwägen bereits eine teilweise Treibstoffrationierung. TUI bleibt ihrerseits optimistisch, was die eigene Flotte TUIfly betrifft, und versichert, dass der Flugplan aufrechterhalten wird – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Flexibilität und Spontaneität der Reisenden erstmals seit Jahren mit einem erheblichen Aufpreis verbunden sein werden.











