Mittwoch, 20. Mai 2026
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Tivoli Puerto Ricos digitale Krise mit Lexnet, die nun vor dem Finanzministerium verhandelt wird, landet aufgrund von Ausfällen der elektronischen Zentrale vor dem Obersten Gerichtshof.

Tivoli Puerto Ricos digitale Krise mit Lexnet, die nun vor dem Finanzministerium verhandelt wird, landet aufgrund von Ausfällen der elektronischen Zentrale vor dem Obersten Gerichtshof.

GARA HERNÁNDEZ - M24H Mittwoch, 15. April 2026

Der Rechtsstreit um Tivoli Puerto Rico SL mit Sitz im Süden Gran Canarias ist zu einem Paradebeispiel für den Verwaltungsdschungel geworden, in dem Steuerzahler gefangen sein können. Was als Streit um die Körperschaftsteuererklärung von 2008 begann, hat sich zu einer über 18 Jahre andauernden Tortur entwickelt, die durch den LexNET-Sicherheitsvorfall im Jahr 2017 und eine starre Verfahrenspraxis geprägt ist, die das Unternehmen an den Rand der rechtlichen Wehrlosigkeit gebracht hat.

Der Rechtsweg des Unternehmens, vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Baeza Stanicic und unterstützt von Rechtsanwalt Enrique Saavedra Martínez, verlief in mehreren Phasen. Nach der Steuerfestsetzung durch die Finanzbehörde reichte das Unternehmen 2014 Klage beim Regionalen Wirtschafts- und Verwaltungsgericht (TEAR) der Kanarischen Inseln ein. Die Ablehnung der Klage führte im Juli 2017 zu einer Berufung beim Zentralen Wirtschafts- und Verwaltungsgericht (TEAC). Die Unzulässigkeit dieser Berufung aufgrund verspäteter Einreichung – mit der Begründung, sie sei einen Tag nach Ablauf der Frist eingereicht worden – löste den aktuellen Streit über formale Fehler der Finanzbehörde aus.

Das Unternehmen behauptet, dass der Zugriff auf das elektronische Portal am 26. Juli 2017, dem Einreichungstermin, aufgrund von Computerproblemen auf mehreren staatlichen Plattformen unmöglich war – eine bekannte Tatsache, die weder vom Zentralen Wirtschafts- und Verwaltungsgericht (TEAC) noch später vom Nationalen Gerichtshof als erwiesen anerkannt wurde. Die Zweite Kammer des Nationalen Gerichtshofs wies die Berufung im Januar 2025 mit der Begründung zurück, das Unternehmen habe die technische Unmöglichkeit nicht schlüssig nachgewiesen, obwohl es selbst bei der Verwaltung um Erläuterungen und Bescheinigungen gebeten, aber nie eine zufriedenstellende Antwort erhalten hatte.

Die Annahme der Berufung durch den Obersten Gerichtshof hat den Verlauf dieses Verfahrens grundlegend verändert. Das Gericht hat eine gültige Rechtsgrundlage für die Berufung festgestellt und damit eine Rechtsfrage aufgeworfen, die über Tivoli Puerto Rico SL hinausgeht: Kann von einer Einzelperson eine unmögliche Beweislast hinsichtlich der Mängel eines Systems verlangt werden, dessen Verwaltung und Kontrolle ausschließlich in die Zuständigkeit des Staates fallen? Das Gericht wird entscheiden, ob die Untätigkeit der Regierung angesichts eines so schwerwiegenden Ereignisses wie der LexNET-Sicherheitslücke, nämlich das Versäumnis, auf die technischen Probleme zu reagieren, eine Verletzung des Rechts auf eine ordnungsgemäße Verwaltung darstellt.

Dieses Urteil wird nicht nur über den weiteren Verlauf des Rechtsstreits um die Körperschaftsteuer 2008 entscheiden, sondern auch einen wichtigen Präzedenzfall für die Haftung im digitalen Geschäftsverkehr mit den Steuerbehörden schaffen. Der Fall wird nun in der Zweiten Abteilung der Dritten Kammer verhandelt. Dort wird entschieden, ob die prozessualen Bemühungen der Klägerin eine legitime Verteidigung darstellten oder ein vergeblicher Kampf gegen eine bürokratische Mauer waren, die oft immun gegen ihre eigenen technologischen Defizite zu sein scheint.

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